• Beschreibung

    Schwerhörigkeit ist eine weit verbreitete Sinneseinschränkung, die mit Hörsystemen wie z.B. CochleaImplantaten (CI) und Hörgeräten kompensiert werden kann. Der Großteil der Patient_innen wirdheutzutage in Deutschland bilateral (beidohrig) versorgt. Dabei spielt, neben der Wiederherstellungder Lautheit und der Optimierung der Sprachverständlichkeit, eine gute räumliche Wahrnehmung undIdentifikation von Schallquellen eine wichtige Rolle, um ein gutes Zurechtfinden in akustisch komplexen Alltagssituationen zu erreichen. In der heutigen Praxis wird jedoch häufig nur jedes Hörsystemseparat angepasst (gefittet) und für den binauralen Abgleich nur auf das subjektive Empfinden derPatienten zurückgegriffen. Gerade bei asymmetrischen Hörverlusten ist dieser Abgleich ein komple-xes Unterfangen, da das räumliche Hören für verschiedene Pegel und für die unterschiedlichen Frequenzbereiche verifiziert werden muss.

    Es besteht daher der Bedarf eines alltagsnahen und ökologisch validen Messsystems, das für den Anpassprozess als Verifikationsmethode eingesetzt und ausdem das weitere Vorgehen für die Anpassung abgeleitet werden kann.Im Projekt easy2VERIFY soll ein solches Messsystem für die binaurale Hörsystemverifikation erarbeitet werden. Ein solches System kann von Hörakustikern, niedergelassenen Ohrenärzten, Audiologen, Kliniken und CI-Zentren eingesetzt werden. Anwendungen sind (1) die Verifikation des Versorgungserfolgs in Bezug auf das räumliche Hören (2) die iterative Optimierung der Anpassung in Bezug auf räumliches Hören bei binauraler Versorgung und (3) die Verlaufskontrolle des räumlichen Hörenswährend der Reha-Maßnahme insbesondere bei bimodalen Patienten, die auf dem einen Ohr einHörgerät (HG) und auf dem anderen ein Cochlea-Implantat (CI) haben. Das Teilprojekt der Jade Hochschule in dem Verbund betrifft die Erarbeitung von audiologischen und visuell-akustischen wissenschaftlich-basierten Grundlagen für die technische Umsetzung und klinische Anwendung der Kooperationspartner.

    Projektdetails

    Projektleitung
    Prof. Dr. med. Karsten Plotz
    Gefördert durch
    Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Mittelherkünfte
    Drittmittel