• Beschreibung

    Die Wahrnehmung und subjektive Bewertung von nahezu allen Schallereignissen ist bewusst oder unbewusst an die Wahrnehmung der Richtung bzw. der Richtungsverteilung der eintreffenden Schalle geknüpft. Will man diese Information durch ein Aufnahme- und Wiedergabesystem transportieren, muss man das Problem der Individualisierung lösen: Die Schallsignale, die an den Trommelfellen des Hörers ankommen, sind für jeden Menschen aufgrund der individuellen Anatomie von Torso, Kopf und Außenohren unterschiedlich.Die hier vorgeschlagene Lösung besteht in der Nutzung eines Mikrofonarray-basierten Aufnahmesystems mit bis zu 32 Mikrofonen zusammen mit einer individualisierten, dynamischen Wiedergabe über Kopfhörer. Die Individualisierung wird dadurch erreicht, dass die aufgenommenen Signale bei der Wiedergabe über spezielle Filter individuell verändert und zu den beiden Kopfhörersignalen zusammengefasst werden. Für jeden Hörer wird dabei ein individueller Satz von Filtern berechnet. Der dynamische Aspekt wird dadurch realisiert, dass individuelle Kopfbewegungen während des Hörens mit Kopfhörern erfasst und ohne Verzögerung so kompensiert werden, dass die dargebotenen Schallquellen ortsfest im Raum bleiben, statt sich mit dem Kopf mitzubewegen.Mit dem zu entwickelnden System wird man die Hörer im Labor oder zu Hause virtuell in reale Schallfelder (z.B. imKonzertsaal, am Arbeitsplatz oder im Kraftfahrzeug, ...) versetzen können und ihnen somit z.B. die Möglichkeiteröffnen, verschiedene reale Schallfelder miteinander zu vergleichen, was in der Realität unmöglich wäre. Das System kann dann als Werkzeug für eine qualitativ bessere Analyse, Bewertung und Beurteilung von Lärm, für die Entwicklung lärmarmer und angenehm klingender Produkte, für das Verständnis und die Optimierung der Raumakustik in Aufführungs- und Alltagsräumen, für die räumlich realistische Wiedergabe von Musik sowie für eine Alltags-orientierte Optimierung der Rehabilitation Schwerhörender benutzt werden.

    Projektdetails

    Projektleitung
    Prof. Dr.-Ing. Matthias BlauProf. Dr. rer. nat. Martin Hansen
    Gefördert durch
    Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Mittelherkünfte
    Drittmittel