• Beschreibung

    Weltweit überspielen Rundfunkanstalten und Medienfirmen ihre analogen Archive auf digitale Datenträger. Die Gründe hierfür sind die geringeren Lagerungskosten, aber auch, vor allem bei älteren Aufnahmen, die Bestandsicherung. Das zu überspielende Material ist sehr vielfältig, bei Rundfunkstationen als Archivbesitzer sind es häufig Sendemitschnitte, die das ausgestrahlte Programm beinhalten. Häufig sind also Nachrichten, Redebeiträge, Featureprogramme oder Musik gleichzeitig auf diesen Bändern zu finden.Bei der Überspielung von Filmmaterial liegen ähnliche Verhältnisse vor, da bei einem Film auch Dialog, Musik und Hintergrundsignale gemischt wurden. Eine effektive Verarbeitung und Nutzbarmachung dieser Daten erfordert zunächst eine Zerlegung in Sinnabschnitte. Dies kann bei Film durch eine Analyse der Schnitte im Bildmaterial erfolgen, wobei es schwierig ist einen Schnitt mit Wechsel eines Ortes (Inhaltswechsel) mit dem Schnitt innerhalb eines Ortes (Nur andere Kameraposition) zu unterscheiden. Sprechen bei beiden Wechseln die gleichen Sprecher können auch bekannte Verfahren zur Analyse des Audioprogramms nicht helfen. Ähnliche Probleme treten bei Interviews auf, bei denen der Moderator das Interview vorher aufgenommen hat. Die inhaltliche Trennung von Anmoderation und Interview ist nicht möglich, da der gleiche Sprecher spricht.Nach der Überspielung müssen die Medienarchive für viele Zwecke vor allem für die erneute Ausspielung weiter bearbeitet werden, häufig ist eine moderate Restauration notwendig, damit der Klang sich besser in das umgebende Programm einpasst. Bisher muss für eine befriedigende Lösung immer eine manuelle Einstellung der Restaurationsalgorithmen von einem Experten erfolgen. Aus Kostengründen muss die Restauration zukünftig automatisch erfolgen, da ein Großteil des Programms kein Premiuminhalt ist, sondern Massenware mit einem geringeren Marktwert.In diesem Projekt sollen folgenden Ziele erreicht werden:· Zerlegung der digitalisierten Einzeltonträger in Sinnabschnitte· Generierung geeigneter Parameter zur Steuerung und Auswahl von Restaurationsalgorithmen· Detektion von speziellen Signalen, die bekannt dafür sind, bei der automatischen Restauration Probleme zu bereiten (Bsp: Klatschen bei Live-Aufnahmen)· Detektion von nicht-linearen Verzerrungen die eine hohe Korrelation mit dem Auftreten von lauten Nutzsignal-Passagen haben.

    Projektdetails

    Projektleitung
    Prof. Dr.-Ing. Jörg Bitzer
    Gefördert durch
    Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Mittelherkünfte
    Drittmittel