• Beschreibung

    Niedersachsen gehört zu den moorreichsten Regionen in Deutschland, mehr als 10 % der Landesfläche sind organische Böden, davon sind 168.000 ha Niedermoorböden (BK50) sowie ca. 100.000 ha flach überlagerte Torfe, Moorgleye und Organomarschen mit meist Niedermoortorfen (LBEG 2021, nicht veröffentlicht). Diese Moorstandorte sind jedoch größtenteils entwässert und werden vor allem landwirtschaftlich genutzt. Die Entwässerung führt dazu, dass der Torf mineralisiert und das darin gespeicherte CO2 an die Atmosphäre abgegeben wird. Von diesen landwirtschaftlich genutzten Böden in Niedersachsen werden jährlich über 5 Mio. t CO2-Äq. an die Atmosphäre abgegeben Die Bundesregierung das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2024 national verankert. Für den Landwirtschaftssektor sieht das Gesetz die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 20% von 2020 bis 2030 vor und fordert gleichzeitig eine Erhöhung der Senkenwirkung des gesamten Landnutzungssektors auf mindestens minus 40 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalente bis zum Jahr 2045. Auch in der Moorschutzstrategie des Bundesumweltministeriums (2021) sowie im Klimaschutzplan 2050 wurden u. a. Maßnahmen zum Schutz von Moorböden und die Förderung einer standortangepassten und klimaschonenden Bewirtschaftung festgelegt. Eine der besten Alternativen in Bezug auf die Nachhaltigkeit stellt der großflächige Anbau von Rohrkolben (Typha ssp.) mit stofflicher Verwertung dar. Für den Anbau eignen sich insbesondere die intensiv genutzten Ackerflächen aber auch intensiv genutzten ökologisch wenig wertvollen Dauergrünlandflächen, die Treibhausgas- „Hot Spots“ sind und durch die im Zuge des Rohrkolben-Anbaus durchgeführte Vernässung eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen verursachen. Der Rohrkolben verfügt über ein schwammartiges Gewebe, das Aerenchym. Aufgrund dieser Eigenschaft ist die Biomasse für die Herstellung von Dämmstoffen sehr gut geeignet. Durch das in der Blattmasse vorhandene besonders zug- und druckstabile Stützgewebe lässt sich in Kombination mit dem Schwammgewebe ein tragfähiger Baustoff mit zugleich guten Dämmeigenschaften erzeugen. Das Vorhaben ist in Regionale Konzepte, Erntetechnik, und Bauprodukte unterteilt. Insgesamt 22 Institutionen aus dem Bereich der Forschung, Anwendung und Kommunen beteiligt. Die Jade Hochschule koordiniert dabei Forschung und Anwendung der Bauprodukte mit folgenden Beteiligten:
    • Technische Hochschule Ostwestfalen- Lippe
    • Typha Technik Naturbaustoffe
    • Fraunhofer-Institut für Bauphysik
    • Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut
    • Typha Technik Naturbaustoffe
    • Kornkraft Naturkost GmbH
    • Stadt Oldenburg

    Projektdetails

    Projektleitung
    Prof. Dr.-Ing. Heinrich Wigger
    Weitere Projektmitglieder
    M.Eng. Jan-Phillip LotschDipl.-Ing. (FH) Florian Schick
    Gefördert durch
    Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    Mittelherkünfte
    Drittmittel