Beschreibung
Ziel des Gesamtprojekts ist die Entwicklung einer Online-Plattform und eines organisatorischen Konzepts für die Erfassung des vorhandenen Wissens in der Bevölkerung über seltene, aber schwerwiegende Naturkatastrophen. Dieses Wissen soll dann Stadtplanern, Risiko- und Krisenkommunikatoren und anderen relevanten Stakeholdern wie z. B. Politikern zugänglich gemacht werden. Eine Zielstellung ist dabei, zu untersuchen, was die untersuchten Katastrophen für das alltägliche Leben der Betroffenen bedeuteten: welche Schäden wurden beobachtet, wie haben diese die Sicherheit und das Wohlbefinden der Betroffenen beeinträchtigt, welchen Einfluss hatten Sie auf ökonomische Aktivitäten, welche Hilfe wurde benötigt (und fehlte gegebenenfalls) als die Katastrophe eintrat, wie hätten sich die Leute besser auf die Katastrophe vorbereiten können, welche Copingstrategien waren erfolgreich und welche nicht? Um die Projektziele zu erreichen, wird eine Software konzipiert und entwickelt, die genutzt werden kann, um vorhandene quantitative Informationen zu Katastrophen geocodiert mit qualitativem Erfahrungswissen in Form von Augenzeugenberichten und historischen Multimediadokumenten wie z. B. Fotografien und Filmen anzureichern. Um diese Dokumente nutzbar zu machen, werden Sie vor der Speicherung mit relevanten Metadaten angereichert. Die Informationen müssen dabei aufbereitet und in benutzerfreundlicher und visuell attraktiver Form präsentiert werden.Die Jade Hochschule ist in ihrem Teilvorhaben zuständig für die Gestaltung, Umsetzung, Erprobung und Optimierung der Benutzungsschnittstellen, mit deren Hilfe (a) das Wissen der Bürger erfasst und (b) Multiplikatoren und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Ziel hierbei ist es, die Benutzerschnittstellen so zu gestalten, dass sowohl Zeitzeugen selbst die Anwendung nutzen können, als auch freiwillige Helfer, die gemeinsam mit Zeitzeugen Informationen über vergangene Naturkatastrophen erheben. Ein weiteres Ziel der Jade Hochschule ist die Umsetzung von Risiko- und Krisenkommunikationsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen. Hier ist vorgesehen, zum einen interne Lehrveranstaltungen wie Medienprojekte oder das Wahlpflichtfach „Risiko- und Krisenkommunikation“ in die Projektarbeit einzubeziehen.