Beschreibung
Um die Hörfähigkeit einer Person zu bewerten, ist die Messung des Sprachverstehens eine wichtige audiologische Untersuchungsmethode. In Deutschland wird dafür am häufigsten der Freiburger Sprachtest eingesetzt. Für eine Messung in Ruhe werden die wichtigsten Eigenschaften dieses Tests in DIN 45621-1 und DIN 45626-1 beschrieben. In vielen Situationen des Alltags wird das Sprachverstehen aber durch Störgeräusche beeinflusst. Gerade in geräuschvollen Umgebungen haben Menschen mit Hörbeeinträchtigungen Probleme bei der Kommunikation, sodass die Verbesserung des Sprachverstehens im Störgeräusch durch eine Hörgeräteversorgung besonders wichtig ist. Deshalb wird der Freiburger Sprachtest in umfassender Weise auch für eine Ermittlung der Hörfähigkeit im Störgeräusch eingesetzt. Da für diesen Einsatz bislang keine Norm vorliegt, soll im Rahmen dieses Projektes ein Normentwurf für den Freiburger Sprachtest im Störgeräusch erarbeitet werden. Insbesondere bedeutet dies, dass richtungsabhängige Bezugskurven mit Probanden entsprechend ISO 8253-3 ermittelt werden. Unter dem Begriff „Bezugskurve“ werden hier Referenzdaten für junge normalhörende Menschen verstanden. Diese Daten sind wichtig, um das mit einem Sprachtest ermittelte Hörvermögen einer Referenz gegenüber stellen zu können. Ohne Bezugskurven ist eine absolute Bewertung von Ergebnissen eines Sprachtest nicht möglich. Da sowohl bei der Hörgeräteversorgung als auch bei der Prüfung von Hörgeräten das Störgeräusch oder das Sprachsignal üblicherweise aus unterschiedlichen Richtungen dargeboten wird, werden am Projektende richtungsabhängige Bezugskurven für die üblichen Lautsprecherkonfigurationen bereitgestellt werden können. Da zudem wichtige Einflussfaktoren, wie die Raumakustik und Toleranzen bei der Sitzposition, mitberücksichtigt werden, können die gewonnenen Ergebnisse nicht nur für die Erstellung einer gut validierten deutschen Norm, sondern auch für die Weiterentwicklung der ISO 8253-3 herangezogen werden.