Beschreibung
<p>Der nordwestdeutsche Küstenraum steht vor bedeutenden Herausforderungen, die durch Innovationen angegangen und gelöst werden müssen. Die Herausforderungen bestehen im Wesentlichen aus dem Klimawandel, dem Verlust an Biodiversität, der Anreicherung von Nährstoffen, einer Bedrohung der globalen Ernährungssicherheit und einer schwindenden gesellschaftlichen Akzeptanz für die vorherrschenden Formen der landwirtschaftlichen Produktion und Tierhaltung. Diese Veränderungen sind in den ländlichen Küstenregionen und für die flächengebundene Landwirtschaft von besonderer Bedeutung. Die Multifunktionalität des grünlandgeprägten Küstenraumes mit allen gekoppelten Ökosystemleistungen spielt die Schlüsselrolle bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Die Grundlage für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung im niedersächsischen Küstenraum ist seit Jahrhunderten der Schutz vor Sturmfluten und Hochwasser durch Küstenschutz und Binnenentwässerung. Der Klimawandel stellt das Wassermanagement im Küstenraum vor neue Herausforderungen. Das zukünftige Wassermanagement im Spannungsfeld von Wasserüberschuss und periodischem Wassermangel wird dabei zu einem Schlüssel für die nachhaltige Landbewirtschaftung sowie der damit verknüpften Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Unter Berücksichtigung aller ökosystemaren Ansprüche an diesen ländlichen Raum gilt es nun das Gebietsmanagement, die Akteure sowie deren Motive und Antriebe besser zu verstehen, um innovative Konzepte zu entwickeln und einen ganzheitlichen Lösungsweg aufzeigen zu können. Im Rahmen des vorliegenden Forschungsverbunds aus Universitäten, außeruniversitären Forschungsinstituten, einem behördlichen Beratungsträger, Trinkwasserversorger sowie einem Innovations- und Vernetzungszentrum bedarf es dazu der Entwicklung und Inbetriebnahme von Reallaboren in einer Region, die in den vergangenen Jahren massiv durch den Klimawandel betroffenen war. Um das gegenseitige Lernen in einem experimentellen Umfeld zu ermöglichen, bedient sich das Verbundvorhaben diesem neuartigen Kooperationskonzept zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Auf Basis eines belastbaren interdisziplinären Erkenntnisgewinns wird ein detailliertes (Öko-) Systemwissen voneinander abhängender und sich wechselseitig bedingender Prozesse in den Reallaboren entstehen, woraus konkretes Zielwissen abgeleitet werden kann.</p>