Beschreibung
Laut Hilfsmittelrichtlinie sollen Hörgeräte u.a. „die Auswirkungen einer auditiven Kommunikationsbehinderung im gesamten täglichen Leben“ beseitigen oder mildern. Für die Überprüfung der Hörgeräteanpassung sind im gleichen Dokument der Freiburger Einsilbertest sowie der Oldenburger oder Göttinger Satztest vorgesehen. Ob diese Sprachtestverfahren das anvisierte Ziel einer Hörgeräteversorgung näherungsweise abbilden können, ist jedoch weitgehend unklar. Deshalb sollen im ersten Teil dieses Promotionsprojekts die Validität und Reliabilität der Sprachtestverfahren im Hinblick auf die Entwicklung neuer Normen für deutsche Sprachteste ermittelt werden. Die Sensitivität der Sprachtestverfahren für Unterschiede in der Hörgeräteversorgung und deren Simulation mit entsprechenden Modellen zur Sprachverständlichkeit werden im zweiten Teil des Projektes untersucht. Im dritten Teil des Promotionsprojektes wird der Zusammenhang der Sprachtestergebnisse im Labor mit dem Nutzen von Hörgeräten im Alltag adressiert. Für die Alltagserfassung wird ein Smartphone-System eingesetzt, das die individuellen Bedürfnisse der Hörgeräteträger in ihren jeweiligen spezifischen Hörsituationen und deren akustische Eigenschaften berücksichtigt. Zur Gewährleistung der Versorgungsqualität mit Hörgeräten erscheinen die vorliegenden Projektplanungen als dringend geboten. Die Antragstellerin ist langjährig in Normungskreisen und Fachausschüssen engagiert, sodass überarbeitete Empfehlungen zur Überprüfung von Hörgeräteanpassungen direkt in entsprechende Revisionsprozesse einfließen.