Abstract
Die Prävalenz von Hörstörungen liegt nach der
WHO-Klassifikation bei 15 % und steigt mit dem
Alter auf bis über 40 % an. Die Lebenspartnerin
nen und partner als Bezugspersonen von hör
beeinträchtigen Personen haben einen großen
Einfluss bei der Bewältigung der Hörbeeinträch
tigung. Hörbedingte Kommunikationsschwie
rigkeiten und die Anwendung von Kommunika
tionsstrategien der hörbeeinträchtigten Person
werden durch die Bezugspersonen beeinflusst
und wirken auf die gemeinsame Beziehung zu
rück.
Im Beitrag wird ein Modell des paarbezogenen
Coping vorgestellt, welches auf dem Transaktio
nalen Stressmodell basiert und die Bewältigung
einer Hörbeeinträchtigung in der Paarbeziehung
beschreibt. Auf Grundlage des Modells wurde das
Kommunikationsverhalten von 30 älteren Perso
nen mit gering bis mittelgradiger Hörstörung
und ihren Partnern mithilfe von qualitativen
halb-strukturierten Interviews erfragt. Aus den
Interviews wurden 6 Bedarfstypen der hörbeein
trächtigen Personen für eine Paar- und Gruppen
kommunikation ermittelt. Es konnte ein großer
Informationsbedarf der Paare nach weiteren
Kommunikationsstrategien aufgezeigt und der
Bedarf nach Kommunikationstrainings herausge
stellt werden