Abstract
Gesundheitsforschung mit einer zunehmend älteren Bevölkerung erfordert die Berücksichtigung altersassoziierter Phänomene wie Demenzen. Der Blick auf diese Erkrankungen ist notwendig, um ein ganzheitliches Bild von Gesundheit im Alter zu erhalten. Um die Qualität der Selbstauskünfte älterer Personen in Befragungen besser einschätzen zu können, ist die Erfassung kognitiver Einschränkungen bedeutend. In diesem Beitrag wird von der Verfügbarkeit von Daten zu dementen Personen aus nationalen Altersstudien berichtet. Hierbei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie der Herausforderung der Demenzdiagnostik begegnet wird. Im Rahmen einer Literaturrecherche wurden nationale Altersstudien erschlossen, die frühestens im Jahr 2005 abgeschlossen worden waren und in denen die obere Altersgrenze der Befragten bei mindestens 79 Jahren lag. Auf Grundlage deskriptiver Datenanalysen und der Sichtung publizierter Studienergebnisse wurde ermittelt, wie viele an Demenz Erkrankte sich im jeweiligen Sample befinden und mit welchen Methoden Demenzerkrankungen erhoben wurden. Grundsätzlich kann die Datenlage zum Alter(n) als zufriedenstellend bezeichnet werden. Es wurden 7 Altersstudien sowie 5 Studien mit alterswissenschaftlichem Analysepotenzial identifiziert. Der Anteil an Menschen mit Demenz liegt in den 12 identifizierten Studien zwischen 0 % und 14 % – über die Hälfte der Studien erreichen weniger als 1,5 % der Betroffenen. Die Ergebnisse machen auf Schwierigkeiten bei der Befragung der Personengruppe aufmerksam. Außerdem weisen sie auf Limitationen von Altersstudien hin, in denen Demenzen unzureichend erfasst werden. Der Beitrag soll daher zur methodischen Reflexion, aber auch Weiterentwicklung demenzsensibler Forschungsdesigns beitragen.