• Abstract

    Hintergrund: Seit 2017 kann der Freiburger Einsilbertest (FBE) im Störschall für die Hörgeräteevaluation verwendet werden. Die erzielten Messwerte werden für die Bewertung der versorgten relativ zur unversorgten Situation herangezogen. Für eine Bewertung der Ergebnisse im Vergleich zu Personen mit normalem Hörvermögen fehlt bislang jedoch eine Bezugskurve. Ziel der Arbeit (Fragestellung): Das Ziel ist die Erstellung einer Bezugskurve und die Analyse der perzeptiven Äquivalenz für den FBE im kontinuierlichen CCITT-Rauschen (gemäß Comité Consultatif International Téléphonique et Télégraphique). Material und Methoden: Die Messungen erfolgten an 2 Standorten mit insgesamt 90 Probanden. FBE und CCITT-Rauschen wurden frontal (S0N0) aus einem Lautsprecher bei verschiedenen Signal-Rausch-Abständen dargeboten. Individuelle und listenspezifische Diskriminationsfunktionen wurden angepasst, um Unterschiede im Sprachverstehen zwischen den Standorten und den Listen aufzulösen. Ergebnisse: Die Bezugskurve und ihr Toleranzbereich wurden erstellt. Drei perzeptiv auffällige Listen (1, 3, 20) wurden identifiziert. Schlussfolgerung: Anhand der Bezugskurve kann die Hörbeeinträchtigung mit dem FBE im Störschall quantifiziert und die Kompensation durch eine Hörgeräteversorgung abgeschätzt werden. Diese Bezugskurve gilt nur für die frontale Darbietung (S0N0) bei kontinuierlicher Präsentation des CCITT-Rauschens. Auffällige Listen stimmen nicht mit denen bei Messungen in Ruhe überein, decken sich aber teilweise mit Literaturdaten.

    Publikationsdetails

    Autoren
    Dr. rer. nat. Alexandra Winkler, Prof. Dr. rer. nat. Inga Holube
    Publikationsjahr

    2020

    Erschienen in

    HNO

    Seiten

    14-24

    DOI