• Abstract

    Im vorliegenden Beitrag werden verschiedene Möglichkeiten untersucht, bei Rehabilitanden die Rückkehr ins Erwerbsleben vorherzusagen. Dabei werden verschiedene Fragebogenitems für Patienten, Angaben der behandelnden Reha-Mediziner, der niedergelassenen Ärzte und Fehlzeiten im Jahr vor der Reha-Maßnahme verglichen. Es zeigt sich, dass insgesamt 72 % der Rehabilitanden nach einem Jahr erfolgreich ins Erwerbsleben wiedereingegliedert werden konnten. Die zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgreich Wiedereingegliederten konnten am besten durch die Frage identifiziert werden, ob sie meinen, bis zum Rentenalter berufstätig sein zu können (96 % richtige Vorhersage) sowie durch die Einschätzung des Reha-Mediziners, in welchem zeitlichen Umfang und mit welchem Schweregrad die letzte ausgeübte Tätigkeit wieder aufgenommen werden kann (90 % richtige Vorhersage). Bei diesen Fragen müssen die Kriterien sehr streng festgelegt werden, um Risikopatienten hinreichend genau herausfiltern zu können. Die erfolgreich Wiedereingegliederten können am besten durch die fehlende Intention zur Rentenantragstellung (96 %), die Angabe, die Erwerbstätigkeit unmittelbar nach der Reha wieder aufnehmen zu wollen (88 %), und geringe Arbeitsunfähigkeitszeiten vor der Reha (86 %) identifiziert werden. Insgesamt lassen sich mit den Angaben von Patienten und Reha-Medizinern zu einem sehr großen Anteil Risikopatienten für eine nicht erfolgreiche Wiedereingliederung identifizieren. Die Angaben der Hausärzte eignen sich deutlich weniger für Prognosen und korrelieren nur schwach mit den vergleichbaren Angaben der Reha-Mediziner.

    Publikationsdetails

    Autoren
    Wolfgang Bürger, Prof. Dr. phil. Stefan Dietsche, M. Morfeld, U. Koch
    Publikationsjahr

    2001

    Erschienen in

    Die Rehabilitation

    Seiten

    217-225

    DOI
    PMID
    11505299