Abstract
Erhebungen sind unverzichtbar, um präzise Informationen über die Hörfähigkeiten in der Allgemeinbevölkerung zu erhalten. Aufbauend auf der Studie HÖRSTAT (von Gablenz et al. 2015), die 2010–2012 im Nordwesten Deutschlands durchgeführt wurde, ist eine weitere große Hörstudie mit Erwachsenen geplant. In dieser Studie sollen etablierte
Testverfahren mit vielversprechenden, aber bisher wenig genutzten Verfahren kombiniert werden, um eine alltagsnähere Beschreibung der Hörfähigkeiten zu erlangen. Das Untersuchungsprogramm wurde in einer Pilotstudie mit 10 jungen, normalhörenden Personen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren auf seine Durchführbarkeit geprüft.
Das Untersuchungsprogramm der Pilotstudie enthielt eine Bestimmung der Tonhörschwellen für Luftleitung im klinischen Frequenzbereich (250 Hz–8 kHz) und im erweiterten Hochtonbereich (9–12,5 kHz) sowie für Knochenleitung (0,5–4 kHz). Als Screening-Test wurde der Ziffern- Tripel-Test (Digits-in-Noise Test, DIN) (van den Borre et al. 2021) sowohl seitengetrennt als auch antiphasisch durchgeführt. Für die Messungen des Sprachverstehens wurde der Göttinger Satztest (Kollmeier et al. 1997) neben der monauralen Darbietung im stationären Störschall auch binaural-antiphasisch im stationären Störschall und binaural- diotisch im fluktuierenden Störschall durchgeführt. Ergänzend wurde ein Test zur spektro-temporalen Modulation hinzugefügt. Um die Verar- beitungsgeschwindigkeit und die kristalline Intelligenz zu erfassen, wurden zwei kognitive Tests hinzugezogen. Des Weiteren wurde ein standardisierter Interview-Fragebogen mit Fragen u.a. zur Soziodemo- graphie, Hörgesundheit und Lärmexposition sowie ein Fragebogen zum Hören in Alltagssituationen eingesetzt. Der Beitrag stellt die Ergebnisse dieser Pilotstudie vor.