• Abstract

    Bilder, seien es unbewegte oder bewegte, erhalten in der computerunterstützten Kommunikation der postmodernen Weltgesellschaft eine zunehmend bedeutungsvollere Position hinsichtlich ihrer Quantität, Qualität und auch ihrer argumentativen Autorität. Im Journalismus werden Bilder beispielsweise als Realitätsbeweise herangezogen. Im Marketing sollen Bilder den Kunden zum Kauf anregen und in der Public Relations ein positives Image etablieren. Und die Social Media würden ohne Bilder das Potential ihrer transkulturell vermittelnden Wirkung verlieren, eine kulturelle Globalisierung von Design – und Lebensstilen zu manifestieren. Manchmal unterstützen Bilder auch eine postfaktische Kommunikation, die kraft Emotionalisierung und scheinbaren Evidenz versucht zu überreden, aber die infolge einer verbalen Logik und Argumentation kaum überzeugen kann. Hinsichtlich all dieser Bildverwendungen drängt die Frage: Worin besteht der Erfolg visueller Argumentation? Die Akteure verwenden Bilder mit der Absicht, einen Sachverhalt darzulegen und kommunikativ mitzuteilen. Sie betreiben eine visuelle Argumentation, um ihre kommunikativen Ziele zu erreichen. Aber wie und was kann als visuelle Argumentation gelten? Welcher Logik und welcher Rhetorik folgt die visuelle Argumentation und wie wird sie strategisch eingesetzt? Und zu fragen ist auch: Welche Zeichen müssen Bilder tragen, um Recht in einem Diskurs zu behalten?

    Der folgende Text erörtert Begriffe, mit denen über Bilder gesprochen wird, obgleich die Anschauung von Bildern notwendig eine andere Praxis beinhaltet als eine Theorie. In diesem Sinne orientiert sich der Text an dem philosophischen Diktum von Immanuell Kant: »Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.«

    Publikationsdetails

    Autoren
    Prof. Dr. Andreas Schelske
    Publikationsjahr

    2023

    Erschienen in

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