• Abstract

    Die Bachelorarbeit entwickelt ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für Emden als mittelgroße, industriell geprägte Hafenstadt im Strukturwandel. Ausgangspunkt ist die doppelte Herausforderung einer historisch gewachsenen Abhängigkeit von Automobilproduktion und Hafenlogistik sowie zunehmender Anforderungen an Klimaresilienz, Mobilitätswende und funktionale Diversifizierung. Methodisch verbindet die Arbeit qualitative Ortsbegehungen und Kurzinterviews mit einer GIS-gestützten Layer-Analyse in den Themenfeldern grün-blaue Infrastruktur, Mobilität, Identitätsräume und Arbeitswelten. Daraus entsteht das Zielbild „Zukunftsraum Emden 2040“, das die blaue Infrastruktur als klimaadaptive und identitätsstiftende Grundlage aktiviert, grüne Bänder als ökologische und soziale Vernetzungsräume etabliert, Mobilitätsachsen und Mobility Hubs zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs entwickelt und Hafen- sowie Industrieareale schrittweise zu gemischten, wissensbasierten Arbeits- und Bildungsorten transformiert. Der Mehrwert des Ansatzes liegt in der Kopplung ökologischer, sozialer und ökonomischer Wirkungen: Kühlung, Retention und Biodiversität werden gestärkt, öffentliche Räume zugänglicher und inklusiver gestaltet und neue Voraussetzungen für resiliente lokale Wertschöpfung geschaffen. Die Arbeit zeigt, dass Emden die industrielle Disruption als räumliches Transformationsfenster nutzen kann, um von einer Pkw-dominierten Monostruktur zu einer klimaresilienten, multicodierten Stadtlandschaft überzugehen. Der Ansatz ist auf vergleichbare mittelgroße Hafen- und Industriestädte übertragbar, sofern grün-blaue Netzwerke, Mobilitätsinfrastrukturen, Zwischennutzungen und kooperative Governance-Formate präzise auf lokale Bedingungen abgestimmt werden.

    Publikationsdetails

    Autoren
    Antonia Ketterle, Prof. Dr.-Ing. Radostina Radulova-Stahmer, Prof. Dr.-Ing. Jan Matthias Stielike
    Publikationsjahr

    2026

    Erschienen in

    Planerin

    Seiten

    51-52

    URL