• Partnerhochschulen

    In einer globalisierten Welt spielen internationale Netzwerke und Kooperationen eine zentrale Rolle in der akademischen Ausbildung und Forschung. Die Partnerschaften der Abteilung Geoinformation öffnen Türen zu neuen Kulturen, Ideen und Wissenssphären und bereichern sowohl unsere akademische Gemeinschaft als auch die Studienerfahrungen jedes einzelnen Studierenden.

    Lernen Sie unsere Partnerhochschulen kennen und entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten.

    Studiengang XY

    [TO DO: HIER SOLLEN DIE PARTNERHOCHSCHULEN, DIE DEM STUDIENGANG ZUGEORDNET SIND, AUTOMATISCH VERÖFFENTLICHT WERDEN]

    • Hochschule 1
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    Go abroad

    Auslandsaufenthalte der Geo-Studierenden

    Auslandsaufenthalte bereichern das Studium auf vielfältige Weise. In den Berichten unserer Studierenden über ihre Zeit im Ausland erhalten Sie Einblicke in spannende Möglichkeiten und Erfahrungen, die ein Auslandsaufenthalt mit sich bringt.

    [TO DO: BILDER EINFÜGEN]

    • Lorena bei einem Ausflug zu den Sieben Rila-Seen

      Lorena (Geoinformatik)

      Sommer in Sofia: Im sechsten Semester meines Geoinformatik-Studiums habe ich an der UACEG in Sofia, Bulgarien studiert.

      Schon vor meinem Studium stand für mich fest, dass ich ein Auslandssemester machen möchte. So einfach bekommt man nicht noch einmal die Chance, eine derartige Auslandserfahrung zu machen. Ich finde die Möglichkeit großartig, neue Kulturen und gleichaltrige Studierende aus ganz Europa kennenzulernen und mich mit ihnen auszutauschen.

      Von den damaligen Partnerhochschulen für Geoinformatik (oder auch für Geodäsie) war ich an keinem Land für mein Auslandssemester interessiert. Deshalb hatte ich selber nach passenden Universitäten in Europa gesucht, und drei davon kontaktiert: in Espoo bei Helsinki, in Ljubljana und in Sofia. Ich fragte, ob diese auch Studierende von Nicht-Partnerhochschulen annehmen, sogenannte Freemover. Die Universität in Espoo lehnte dieses ab und die in Ljubljana antwortete mir nicht. Die Universität in Sofia nahm auch keine Freemover an, aber war kurzerhand bereit, eine Partnerschaft mit der Jade Hochschule zu vereinbaren.

      Bereits ein Jahr zuvor war ich auf dem International Geodetic Student Meeting gewesen, das in dem Jahr in Sofia stattgefunden hatte. Somit kannte ich die Universität schon ein wenig.

      Ich belegte drei Kurse aus dem Fachbereich Geodäsie, zu den Themen Programmieren von mobilen Geoinformationssystemen, Crisis Management Mapping und CAD-Systeme in der Geodäsie. Daneben habe ich noch zwei Kurse aus dem Fachbereich Architektur belegt, um meine Kenntnisse auch interdisziplinär zu erweitern. Einer davon behandelte die bulgarische Architektur der Nachkriegszeit, der andere die Geschichte der Hochhäuser. Zusätzlich habe ich einen Bulgarisch-Kurs besucht, in dem ich das kyrillische Alphabet sowie Grundlagen der bulgarischen Sprache gelernt habe.

      Da das eigentliche Geodäsie-Studium an der Universität nur auf Bulgarisch angeboten wird, hatte ich keine Vorlesungen mit bulgarischen Studierenden. Die Professoren vereinbarten mit mir individuelle Treffen und arbeiteten mit mir in den verschiedenen Modulen an Projekten. Es gab somit in den drei Kursen, die ich aus dem Fachbereich Geodäsie gewählt hatte, keine klassischen Vorlesungen. In diesem Semester war ich die einzige Geodäsie-Erasmus-Studentin. Da es deutlich mehr Erasmus-Studierende im Studiengang Architektur gab, hatten wir in meinen beiden Modulen aus dem Fachbereich Architektur richtige Vorlesungen auf Englisch, aber auch diese wieder ohne bulgarische Studierende.

      Es war daher also schwer, Freunde unter den bulgarischen Studierenden zu finden. Der Großteil meiner Freunde waren Erasmus-Studierende. Gemeinsam haben wir uns über Veranstaltungen in der Stadt Sofia informiert und auch einige Events und Konzerte besucht. Sofia als Stadt ist sehr international und es gibt auch eine große Auswahl an englischsprachigen Angeboten. 

      Außerdem lernten wir die Kultur Bulgariens auch bei vielen Ausflügen und Trips in kleinere bulgarische Städte und Dörfer kennen.
      Das ESN-Netzwerk (Erasmus Student Network) in Sofia ist sehr gut aufgebaut und bietet viele Veranstaltungen an, wo man sich mit anderen Erasmus-Studierende vernetzen kann. Auch kulturelle Veranstaltungen, wie ein Horoteka-Kurs, in dem man traditionelle bulgarische Kreistänze gelernt hat oder ein Martenitsa-Workshop, in dem man zum Feiertag Baba Marta traditionelle Martenitsa-Armbänder gebastelt hat, gehörten zum Programm.

      Man kann sich auch für das Buddy-Programm anmelden und bekommt einen bulgarischen Studierenden als Buddy zugeteilt, der einem bei Schwierigkeiten helfen kann. Zum Teil gab es Sprachbarrieren, vor allem in öffentlichen Einrichtungen, beim Ticketkauf an Bahnhöfen oder bei der Beantragung des Monatstickets für Studierende für den Nahverkehr. Der Bulgarisch-Kurs hat auch schon geholfen, die Sprachbarrieren etwas zu überwinden. Ich empfehle sehr, zumindest das kyrillische Alphabet zu lernen, damit man zum Beispiel weiß, in welche Richtung ein Bus fährt.

      An Sofia habe ich die Nähe zu den Bergen geliebt. Der Hausberg Sofias, das Vitosha-Gebirge, ist in einer halben Stunde bis Stunde mit dem Bus zu erreichen. Außerdem kann man mit der Bahn von Sofia aus auch einige Tageswanderungen erreichen. Bulgarien hat viele schöne Gebirge und Landschaften zu bieten und ist auf jeden Fall ein Traum für Wanderliebhaber. Da Sofia mit Bus oder Bahn gut an die Hauptstädte der Nachbarländer angebunden ist, und diese auch recht günstig sind, konnte ich während meines Auslandssemesters jedes Nachbarland Bulgariens bereisen, wenn zum Teil nur für ein Wochenende. Auch innerhalb Bulgariens sind die Zugtickets sehr günstig und Studierende können eine 50%-Rabattkarte für nationale Zugtickets beantragen. Zugfahren in Bulgarien ist manchmal aber auch ein spannendes Erlebnis für sich.

      Ich würde ein Auslandssemester an der UACEG in Sofia empfehlen. Die Hochschule ist sehr unkompliziert, was die Organisation angeht. Bis auf eine Ausnahme konnte ich alle Kurse belegen, die ich vorher im Online Agreement festgelegt hatte. Auch das International Office ist sehr hilfsbereit und hat bei Fragen immer schnell reagiert.

      Bei der Wohnungssuche würde ich heute anders vorgehen. Ich hatte für den gesamten Zeitraum ein AirBnB gemietet. Es lohnt sich aber, auch in Facebookgruppen nach WG-Partner*innen zu suchen und mit ihnen gemeinsam nach Wohnungen zu suchen (bei Wohnungsangeboten auf Facebook sollte man immer vorsichtig sein). Am besten sucht man die Wohnungen über Real-Estate-Agencys. Das Wohnheim kam für mich nicht in Frage, grundsätzlich ist es aber nicht so schlimm, wie es in manchen Erfahrungsberichten beschrieben wird. Das Wohnheim (Block 36) des UACEG wurde im Jahr 2014 renoviert und für den niedrigen Preis lohnt es sich vielleicht, das Leben im Wohnheim auszuprobieren. Ein Doppelzimmer kostet aktuell 310 Leva also ca. 158€ bei Einzelbelegung. Teilt man sich das Zimmer mit einem anderen Studenten, zahlt man nur die Hälfte.

      Während meines Auslandssemesters habe ich viel über den Balkan und seine Geschichte gelernt. Viele wirtschaftliche und politische Zusammenhänge und Probleme erscheinen mir heute verständlicher und ich habe ein besseres Verständnis für mir fremde Kulturen gewonnen. Ich überlege, im Master noch ein Auslandssemester zu machen, allerdings passt es dort nicht so gut in den Modulplan. Außerdem liebe ich es auch, in Oldenburg zu studieren und möchte meine letzten drei Semester im Master an der Hochschule auch gerne in Oldenburg verbringen.

    • Aussicht während der Reise auf die norwegischen Lofoten

      Wolfgang (Angewandte Geodäsie)

      Neue Erfahrungen in einer tollen Umgebung: Das Sommersemester 2025 verbrachte ich in Finnland.
      An der Hochschule Savonia in Kuopio habe ich Module aus den Bereichen KI, Programmierung und Festigkeitslehre studiert. Auch Finnischunterricht war dabei. Bei der Wahl meiner Partnerhochschule war wichtig, dass die angebotenen Kurse gut passen. Im Vordergrund stand natürlich der Wunsch, ein anderes Land bezüglich Kultur, Sprache und Lehrumgebung kennenzulernen. Finnland war für mich das interessanteste Land.

      Die Integration in den Hochschulalltag lief prima. Die Organisation vor Ort war sehr gut durchdacht und die Ansprechpartnerinnen für die Austauschstudenten waren jederzeit verfügbar und sehr hilfsbereit. Auch innerhalb der Kurse wurde einem der Einstieg so leicht wie möglich gemacht. Die Integration ins soziale Umfeld war durch diverse Organisationen wie der Student Union oder ESN (Erasmus Student Network) richtig gut unterstützt. Auch mein finnischer Tandemkurs hat sehr geholfen, weil er das Kennenlernen von Kultur und Sprache auf einer persönlichen Ebene ermöglicht hat.

      In den von mir besuchten Kursen wurde tendenziell noch mehr praktisch gearbeitet als an der Jade Hochschule. Der Vorlesungsstil war dabei viel persönlicher, jegliches Lehr- und Verwaltungspersonal wird zum Beispiel immer mit Vornamen angesprochen. Auch ist der Lehr- und Prüfungsbetrieb weniger bürokratisch organisiert und generell wird mehr auf Vertrauensbasis agiert. Es gibt keine festen Prüfungsanmeldungen und auch keine besonderen Vorgaben zu Prüfungsformen und Wiederholungsprüfungen, das ist je Kurs individuell geregelt.

      Allgemein hat mir das Leben in einem anderen Land mit viel Natur und einer angenehmen Lebensumgebung gut gefallen. Auch die Ehrlichkeit und das selbstverständliche gegenseitige Vertrauen fand ich im Alltag sehr schön. Vor Ort in Kuopio gab es vielfältige Freizeitangebote, welche auch fast immer hohe Rabatte für Studenten hatten. Und die über ESN organisierte Reise auf die norwegischen Lofoten war ein tolles Highlight, das noch einmal ganz andere spektakuläre Natur als Finnland geboten hat.

      Ich habe mich an der Savonia sehr wohl gefühlt und auch den Studienort als solchen fand ich super. Im Nachhinein betrachtet hätte ich mich vermutlich lieber für eine andere Wohnung entschieden. Die meisten anderen Austauschstudenten haben in 2er- oder 3er-WGs gelebt, ich hingegen hatte eine eigene Wohnung in einer Art Wohnheim. Dort musste ich aber eine Gemeinschaftsküche mit 13 Wohnungen teilen, was entsprechend schlecht funktioniert hat. Außerdem würde ich evtl. eine unmöblierte Wohnung nehmen, da diese deutlich günstiger gewesen wäre und ich die einfache Ausstattung dank eigenem Auto auch leicht in einem der zahlreichen Second-Hand-Läden hätte besorgen können.

      Als größte Herausforderung empfand ich den verschobenen akademischen Kalender im Vergleich zu Deutschland. Das Semester in Finnland beginnt bereits Anfang Januar, dadurch konnte ich nicht an der regulären Klausurenphase der Jade HS teilnehmen. Das ließ sich aber ganz gut lösen, indem ich eine der Klausuren vor Ort in Finnland mitgeschrieben habe und den Rest nun im Sommersemester nachhole. Das Semester in Finnland geht bis Ende Mai, somit kann ich rechtzeitig vor den Klausuren wieder in Oldenburg sein.

      Auf jeden Fall würde ich mich jederzeit wieder für ein Auslandssemester entscheiden. Es hat mir in vielerlei Hinsicht ganz neue Erfahrungen ermöglicht, wie sie in einem regulären Semester an der Jade HS nicht möglich gewesen wären. Auch die dadurch geknüpften Kontakte zu anderen Erasmus-Studenten quer durch Europa schätze ich sehr. Ich kann einen Auslandsaufenthalt wirklich sehr empfehlen.

    • Jannes, Jonas und Niklas vor der Skyline Athens

      Jannes, Jonas und Niklas (Angewandte Geodäsie)

      Im Wintersemester 2023/24 waren drei Studierende des siebten Semesters Angewandte Geodäsie für ihr Auslandssemester an der University of West Attica in Athen / Griechenland.

      Jannes, Jonas und Niklas belegten Vorlesungen wie zum Beispiel „Analytical GIS“, bei dem sie vertiefende, theoretische und praktische Kenntnisse und Fähigkeiten im Zusammenhang mit geographischen Informationssystemen lernten, oder „English for Tourism“. In anderen Vorlesungen ging es um die Funktionsweisen von Frühwarnsystemen bei Naturkatastrophen oder die Komponenten des hydrologischen Zyklus und deren Berechnungsmethoden. Die meisten ihrer gewählten Module gehören zum Studiengang „Department of Surveying and Geoinformatics Engineering“.

      Vor Ort wurden viele neue Freundschaften mit anderen Erasmus-Studierenden geschlossen. Zusammen erkundeten sie das Land und die Kultur sowie die wunderschönen Landschaften und Städte. Besonders positiv aufgefallen ist ihnen die offene, herzliche und kommunikative Art der Griech_innen.

      Trotz der anfänglichen Sprachbarrieren und neuen Herausforderungen, würden die drei jedem ein Auslandssemester, egal in welchem Land, empfehlen. Sie finden: Ein Auslandssemester ist eine prägende Erfahrung, der man offen gegenüber sein sollte.

    • Nathalie beim Wandern an der Ostseeküste

      Nathalie (Geoinformatik)

      Küste, Schnee und viel Wald: Im Wintersemester 2022/23 habe ich an der Hochschule Gävle (HiG) in Schweden studiert.

      Gleich bei unserer ersten Exkursion auf eine kleine unbewohnte Insel in den Stockholmer Schären wusste ich, dass ich mit meiner Kurswahl die beste Entscheidung getroffen hatte. Mein Modulpaket „Nordic Ecology“ bestand aus vier Kursen zu alpinen, aquatischen und borealen Ökosystemen sowie zur Nachhaltigkeit. Ursprünglich hatte ich geplant, ganz reguläre Vorlesungen aus der Geoinformatik zu besuchen. Nachdem ich das Auslandssemester aufgrund von Corona nach hinten geschoben und in der Zwischenzeit meine gesamten Module an der Jade HS belegt hatte, entschied ich mich für etwas unkonventionellere Kurse in Gävle.

      Wir waren fast jede Woche draußen und haben viele spannende Orte gesehen. Der Umgang mit den Lehrenden war sehr freundschaftlich. Da wir so oft zusammen unterwegs gewesen sind, kommt man natürlich auch vertiefter ins Gespräch. Sowohl inhaltlich als auch durch die Zahl der Exkursionen war es ein deutlicher Kontrast zu meinem üblichen Geoinformatik-Studium, andere Kurse der Hochschule ähneln sicherlich mehr den Modulen in Oldenburg.

      Das schwedische Semester ist in zwei Abschnitte geteilt, in denen man unterschiedliche Kurse belegt. Somit hat man mehr Wochenstunden pro Modul, aber weniger zeitgleiche Kurse und Prüfungen. Die Abschlussprüfungen haben auch weniger Gewicht in der Gesamtwertung. Im Laufe des Semesters gibt es viele bewertete Pflichtaufgaben und die Note ergibt sich am Ende aus allen Leistungen. Das war ein bisschen ungewohnt.

      Die Kursgrößen waren dagegen äußerst vertraut. Ich hatte um die zehn Kommilitonen, die Mehrheit auch aus Geo-Studiengängen. Wir haben uns direkt prima verstanden und viel gemeinsam in der Freizeit unternommen. Fast alle von uns waren internationale Studis. Die Studierendenvereinigung der Hochschule organisiert Events und Ausflüge, man lernt schnell alle möglichen Leute kennen.

      Gävle ist eine kleine Stadt, hat aber eine Menge Angebote. Es gibt Sportvereine, ein Kino, Theater, Museen, Clubs und Bars, oder man unterstützt eines der lokalen Teams, die Eishockeyspiele waren ziemlich beliebt. Wer lieber draußen ist, hat Parks und Wälder zur Auswahl, man kann Kanufahren oder im Winter Skilaufen. Ich war persönlich gerne wandern.

      Stadt und Umgebung sind sehr fahrradfreundlich, aber innerhalb des Ortes sind die meisten Ziele auch zu Fuß gut erreichbar. Ich habe im Studentenwohnheim direkt auf dem Campus gewohnt, das kann ich absolut empfehlen. Man ist schnell verwöhnt vom kurzen Weg zur Hochschule. Gävle ist toll gelegen, es gibt in der Region viel zu sehen, aber man ist auch an einem guten Ausgangspunkt für weitere Reisen.

      Die beiden mehrtägigen Exkursionen zum Anfang und ganz am Ende des Semesters waren definitiv ein Highlight für mich. Bei der ersten haben wir die Berge nahe der norwegischen Grenze in den wunderschönsten Herbstfarben erlebt und eine windige Nacht im Zelt verbracht. Die zweite war gleichzeitig unsere Abschiedsfahrt und wir konnten nochmal ausgiebig durch den Schnee stapfen.

      Insgesamt hat sich der Aufenthalt vollkommen gelohnt und ich kann mir auch gut vorstellen, später in Schweden zu arbeiten. Ich hatte vor meinem Auslandssemester einen Schwedisch-Kurs besucht, aber das ist keine Voraussetzung, man kommt allein mit Englisch problemlos zurecht. Da ich hauptsächlich internationale Kommilitonen hatte, konnte ich leider nicht so viel Schwedisch üben wie erhofft. Soll natürlich nicht heißen, dass ich mich über meine neuen Freundschaften beschweren möchte.

      Ich würde ein Auslandssemester an der HiG an alle Studis weiterempfehlen, die prinzipiell Interesse an Skandinavien haben. Als Freemover muss man zwar ein wenig mehr Zeit für die Organisation einplanen, aber es zahlt sich aus. Für EU-Bürger ist das Studium in Schweden komplett kostenfrei und man bekommt einen einmaligen Einblick in ein beeindruckendes Land. Um die etwas höheren Lebenshaltungskosten zu finanzieren, lohnt sich auf jeden Fall die Bewerbung auf ein Stipendium. Ich wurde über PROMOS gefördert und das hat mir sehr geholfen.

    • Lennart am Hafen in Valencia

      Lennart (Angewandte Geodäsie)

      Strand, Berge und Naturnähe: Das spanische Valencia war mein Studienort im Sommersemester 2022.

      Als ich im Februar ankam, war es erstmal ungewöhnlich kalt und regnerisch. Beeindruckt war ich dagegen von den vielen schönen Wanderregionen und Naturschutzgebieten.

      Valencia ist nicht nur viel größer als Oldenburg, auch sonst wirkt die Stadt natürlich ganz anders. Der Baustil der Häuser, mit vielen Kabeln überall außen an den Fassaden. Palmen und Kakteen stehen statt Laubbäumen an den Straßen. Ich hatte mich vor der Anreise so gut ich konnte auf Spanien vorbereitet, trotzdem stellte ich es mir schwierig vor, Freunde zu finden und mich Zuhause zu fühlen. Doch da an der Uni so viele offene und kontaktfreudige junge Leute aus unterschiedlichen Ländern aufeinandertreffen, ist das gar kein Problem gewesen. Ich habe mich innerhalb weniger Wochen sehr aufgehoben gefühlt.

      Abgesehen von der Größe des Campus waren die Vorlesungen sehr ähnlich wie an der Jade Hochschule, mit Gruppen von bis zu 40 Leuten in Seminarräumen. Meine Kurse zu Industrietopographie und Umweltingenieurswesen waren auf Spanisch, daneben habe ich einen Spanischkurs belegt sowie einen englischsprachigen Kurs zur Geodatenverarbeitung. Den Inhalten der spanischen Vorlesungen konnte ich durch simultanes Übersetzen der Unterlagen folgen und bei Gruppenarbeiten halfen mir meine spanischen Gruppenmitglieder.

      Über das Auslandssemester hatte ich schon früh im Studium nachgedacht und rechtzeitig ein Beratungsgespräch beim International Office gemacht. Privat begann ich Spanisch zu lernen, obwohl ich vorher nie einen Kurs belegt hatte. Mit dem Blick auf die Liste der Erasmus-Partnerhochschulen der Jade HS fiel meine Wahl dann schnell auf Valencia.

      Die Erasmus-Organisationen veranstalten auch Wanderungen und mehrtägige Reisen. So kann man für wenig Geld das Land erkunden, ich habe z.B. eine viertägige Reise durch Andalusien gemacht. Mein Highlight war aber „San Juan“, das Fest zur Sommersonnenwende. Es wird traditionell mit Lagerfeuern am Strand gefeiert. Um Mitternacht springt man über sieben Wellen, um das Glück auf seiner Seite zu haben.

      Wer den spanischen Flair mag und gerne länger und nicht nur als Tourist_in in die Kultur eintauchen möchte, sollte einen Auslandsaufenthalt in Valencia in Erwägung ziehen. Die Stadt hat auch viele Angebote zur Freizeitgestaltung. Ich würde Spanischkenntnisse empfehlen und hätte rückblickend gerne schon in der Schulzeit mit dem Lernen der Sprache begonnen. Die Anfänge sind jedoch schnell gemacht und im Alltag kommt man dann gut klar.

    • Kilian im herbstlichen Kanada

      Kilian (Angewandte Geodäsie)

      Indian Summer in Kanada: Mein Wintersemester 2021/22 habe ich in Fredericton verbracht.

      Die Provinz New Brunswick ist zu 80% mit Wald bedeckt und ich hatte das Glück, im Herbst dort zu sein, wenn sich das Laub bunt färbt. Ich war bereits einige Wochen vor Semesterbeginn nach Kanada geflogen, um ein bisschen das Land zu bereisen. Dadurch konnte ich mich auch schon ans Englischreden und -hören gewöhnen.

      An der University of New Brunswick (UNB) habe ich im Studiengang „Geodesy and Geomatics Engineering“ studiert. Ich wollte einen englischsprachigen, fachlich passenden Studiengang, der auch während der Pandemie Gaststudierende annimmt. Die UNB war fast meine einzige Möglichkeit zu der Zeit.

      Ich habe Module zur Präzisionsvermessung, Ozeankartierung, kinematischen Positionsbestimmung und zum Qualitätsmanagement belegt. In meinen Kursen gab es diverse Messübungen und Gruppenarbeiten auf dem Campus. Besonders prägend fand ich den Einsatz eines ferngesteuerten Vermessungsboots auf dem Saint John River mit anschließender Auswertung.

      Die Vorlesungen waren sehr praxisnah, mit viel Interaktion, ähnlich wie an der Jade Hochschule. Ungewohnt waren für mich die Abgaben und Zwischenprüfungen während des laufenden Semesters. 50-80% der Note stehen somit bereits vor der letzten Prüfung fest. Insgesamt war der Unterricht deutlich schulähnlicher als in Deutschland. Ich hatte zwar ein wenig Sorge vor den Prüfungen, aber die waren am Ende gar nicht schlimm.

      Außer mir gab es fast keine anderen Austauschstudis an der Uni. Deswegen war es zu Anfang schwieriger, Anschluss zu finden, als es vielleicht bei einem Semester an einer Erasmus-Partnerschule gewesen wäre. Allerdings hatte ich dadurch deutlich mehr Kontakt zu den einheimischen Studierenden.

      Meine WG in einem Wohnheim auf dem Campus habe ich mit zwei Kanadiern geteilt. Mit den beiden habe ich viel Zeit verbracht und sie haben mich auch unterstützt, wenn ich z.B. ein Auto zum Einkaufen brauchte. Außerdem haben sie mich mit zu Partys oder Ähnlichem genommen. Durch meine Kurse habe ich dann im Verlauf des Semesters noch viele weitere Kommilitonen kennengelernt.

      Fredericton ist kleiner als Oldenburg und fast jeder hat ein Auto. Die Infrastruktur ist auf Autos ausgelegt und es gibt nur wenig ÖPNV und auch kein Semesterticket. Auch Fahrrad fahren ist nicht üblich. Ich habe mir trotzdem ein Fahrrad gekauft, aber war meistens zu Fuß oder im Auto von Freunden unterwegs. Wir sind oft draußen gewesen, um z.B. zu wandern. Die Hockeyspiele des Uni-Teams haben wir ebenfalls gerne besucht. Durch Corona gab es sonst nur wenige Veranstaltungen von der Uni.

      Natürlich hätte ich mir einen Aufenthalt ohne pandemiebedingte Einschränkungen gewünscht. Trotzdem konnte ich die Chance nutzen, länger in einem anderen Land zu leben und auf Englisch zu studieren. Ich habe meine Sprachkenntnisse gefestigt und insbesondere die Fachsprache gelernt.

      Außerdem konnte ich die Gemeinsamkeiten aber auch die Unterschiede bei der Vermessung in verschiedenen Ländern kennenlernen.

      AG-Studis, die ein fachlich passendes und praxisorientiertes Auslandssemester an einer englischsprachigen Uni absolvieren wollen, sollten die UNB in Fredericton auf jeden Fall in Betracht ziehen. Besonders, wer einen kleinen Ort statt einer großen Stadt bevorzugt. Die Organisation „College Contact“ hat mir bei der Bewerbung geholfen. Um die Studiengebühren zu finanzieren, habe ich mich erfolgreich auf das DAAD-Stipendium „HAW.International“ beworben. Eine Bewerbung kann ich jedem nur empfehlen!