• Helgoland als logistischer Stützpunkt

    Vom 27. bis 29. April nahmen 30 Studierende der Studiengänge Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft sowie Internationales Logistikmanagement an einer Exkursion zur Hochseeinsel Helgoland teil. Die Exkursion wurde von Prof. Ralf Brauner, Prof. Dr. Wengelowski und Thorsten Löffler organisiert und begleitet. 

    Ziel war es, die Offshore-Logistik für Windparks im deutschen Küstenraum am Beispiel des Windpark-Clusters vor Helgoland kennenzulernen. Im Fokus standen die Funktion der Insel als Logistikstützpunkt, die Versorgungsprozesse der Windparks sowie das Zusammenspiel von Infrastruktur, Unternehmen und Gemeindeentwicklung. 

    Einleitend wurde die Bedeutung der Inselinfrastruktur für Küstenschutz und Hafenlogistik erläutert. Zentrales Beispiel war die Grundinstandsetzung des rund 580 Meter langen Wellensturzbeckens an der Westmauer durch HC Hagemann im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe-Nordsee, das insbesondere das Südhafengelände schützt. Das tiefgegründete Stahlbetontrogbauwerk mit etwa 18.000 Kubikmetern Beton und 2.700 Tonnen Edelstahlbewehrung verdeutlicht die technische Komplexität und die langfristige Bedeutung für die Hafenentwicklung. 

    Ein Schwerpunkt der Exkursion lag auf den Aktivitäten der WindMW und der WindMW Service GmbH, die wegen der geringen Entfernung des Projekts Meerwind Süd | Ost ihre Betriebsbasis und ihren Servicestützpunkt auf Helgoland eingerichtet haben. Von dort aus werden Technik und Personal mit Crew Transfer Vessels (CTV) in die Windparks gebracht; ergänzend sichern Lagerkonzepte die kurzfristige Verfügbarkeit von Ausrüstung und Ersatzteilen für Wartung und Instandhaltung. 

    Den operativen Kern bildet ein Service-Stützpunkt mit Verwaltung auf einem rund 3.600 Quadratmeter großen Grundstück an der Südkaje. Er umfasst eine zweigeschossige Werk- und Lagerhalle mit Werkstätten, Werkzeuglagern, Technikräumen. Im Zuge des Ausbaus der Südkaje wurden zudem zusätzliche Liegeplätze sowie Versorgungsanlagen für Treibstoff und Frischwasser geschaffen.  

    Im Mittelpunkt des Programms standen Besuche bei den auf Helgoland ansässigen Offshore-Unternehmen sowie Gespräche mit Unternehmerinnen in der Gemeinde. 

    Der Höhepunkt war der Besuch eines Crew Transfer Vessels mit Ausfahrt in den Offshore-Windpark. Dabei wurden die notwendigen Abläufe an Bord, Sicherheitsmaßnahmen und betriebliche Herausforderungen im Offshore Bereich erfahren. Ein weiterer zentraler Programmpunkt war der Besuch des Inselgroßhandels Manfred Engel, der die Besonderheiten des Handels außerhalb des EU-Zollgebiets und die daraus resultierenden zollrechtlichen und logistischen Anforderungen anschaulich machte. 

    Anhand der Infrastruktur Helgolands, der Strukturen von WindMW und der operativen Abläufe im Windpark-Cluster konnten die Studierenden das Zusammenspiel von Technik, Logistik, Infrastruktur und Regulatorik exemplarisch nachvollziehen. Die Kombination aus Unternehmensbesuchen, Gesprächen mit Praktikern, Einblicken in die kommunale Entwicklung und ergänzenden Besichtigungen vermittelte ein kompaktes, aber vielseitiges Verständnis der Rolle Helgolands als Offshore-Logistikdrehscheibe.