Ermittlung des Hörstatus der Bevölkerung anhand einer repräsentativen Erhebung im Weser-Ems-Gebiet
HÖRSTAT war eine bevölkerungsbasierte Studie der Jade Hochschule mit 1903 zufällig ausgewählten Erwachsenen aus Oldenburg und Emden. Hier die wichtigsten Ergebnisse und Veröffentlichungen:
- Der Anteil Erwachsener mit Schwerhörigkeit in Deutschland konnte erstmals nach international gültigen Kriterien hochgerechnet werden. Nach der älteren Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (2001) waren rd. 16 % der Erwachsenen schwerhörig.
- Die internationale Normung erhielt aktuelle, dringend benötigte Informationen. Die Daten wurden in die Neufassung der DIN EN ISO 7029 aufgenommen. Diese Norm beschreibt die Abnahme des Tonhörvermögens nach Alter und Geschlecht und ist eine wichtige Bezugsgröße für verschiedene Anwendungen (z.B. Hörschädigung durch Lärm).
- Für einen Screening-Hörtest per Telefon konnten robuste Bezugswerte bestimmt werden. Nutzerinnen und Nutzer erhalten seither eine bessere Rückmeldung nach Testabschluss.
- Die Abweichung zwischen der eigenen Einschätzung und den Ergebnissen verschiedener Hörtestverfahren wird in der Forschung diskutiert. Mit Hilfe fortgeschrittener statistischer Verfahren konnten die wichtigsten Einflussfaktoren bewertet werden.
- Zwischen Gesundheitsdaten und sozialen Faktoren sind vielfach Zusammenhänge erkennbar. HÖRSTAT zeigte, dass sich die Verteilungen der Hörtestdaten auch in Deutschland nach Bildungsabschluss und beruflichem Anforderungsniveau unterscheiden.
Ausgewählte Fachartikel
von Gablenz P, Hoffmann E, Holube I (2020) Gender-specific hearing loss in German adults aged 18 to 84 years compared to US-American and current European studies. PloS one 15(4): e0231632. DOI: 10.1371/journal.pone.0231632
Holube I, Hoffmann E, von Gablenz (2020) Versorgung mit Hörgeräten in Nord- und Süddeutschland. Zeitschrift für Audiologie 59(1): 6-14. Vollständige englischsprachige Version: GMS Z Audiol. DOI: 10.3205/zaud000004
von Gablenz P, Otto-Sobotka F, Holube I (2018) Adjusting Expectations: Hearing Abilities in a Population-Based Sample Using an SSQ Short Form. Trends in Hearing. DOI: 10.1177/2331216518784837
von Gablenz P, Holube I (2017) Social inequalities in pure-tone hearing assessed using occupational stratification schemes. International Journal of Audiology 56:7, 443-452. DOI: 10.1080/14992027.2017.1294767
von Gablenz P, Hoffmann E, Holube I (2017) Prävalenz von Schwerhörigkeit in Nord- und Süddeutschland. HNO 65:8, 663-670. DOI: 10.1007/s00106-016-0314-8 / English version DOI: 10.1007/s00106-016-0314-4
von Gablenz P, Holube I (2016) Hearing threshold distribution and effect of screening in a population-based German sample. International Journal of Audiology 55:2, 110-125. DOI: 10.3109/14992027.2015.1084054
von Gablenz P, Holube I (2015) Prävalenz von Schwerhörigkeit im Nordwesten Deutschlands. HNO 63(3), 195-214. DOI: 10.1007/s00106-014-2949-7
Nüsse T, von Gablenz P, Holube I (2014) Messunsicherheit der Tonaudiometrie in der Studie HÖRSTAT: Einfluss von akustischen Messbedingungen und Okklusion. Zeitschrift für Audiologie 53(1), 6-14.
- Projektbeteiligte: Inga Holube, Petra von Gablenz
- Projektlaufzeit: 04/2010 – 09/2012
- Fördermittelgeber: Land Niedersachsen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)