• OptiRaum

    Optimierter Einsatz der Sprachaudiometrie durch evidenzbasierte Messbedingungen in Fachgeschäftsräumen

    Die Sprachaudiometrie ist ein zentraler Teil in der Hörgeräteanpassung, um die unversorgte Hörbeeinträchtigung für Sprache zu erfassen und die Verbesserung mit einer Hörgeräteversorgung zu prüfen. Die Hilfsmittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses bestimmt in Deutschland das Sprachmaterial sowie die Pegel von Sprach- und Störschall in den jeweiligen Messungen. Zu weiteren Faktoren wie der Raumakustik oder der räumlichen Anordnung von Sprach- und Störschall, die das Sprachverstehen gleichfalls beeinflussen können, werden jedoch keine Angaben gemacht.

    Ziel des Projekts OptiRaum ist es daher, eine evidenzbasierte Grundlage zu schaffen, auf der Einflüsse wie die Raumakustik, die Anordnung von Sprach- und Störschall sowie die Hörgeräteverarbeitung in den sprachaudiometrischen Messungen berücksichtigt werden können. Dafür werden akustische Messungen in Räumen durchgeführt, die in Fachgeschäften zur Hörgeräte-Anpassung in der Praxis genutzt werden. Modellierungen eines typischen Anpassraums sollen Aufschluss über die Einflüsse der räumlichen Faktoren auf das Sprachverstehen in der Praxis geben. Dies könnte insgesamt eine Optimierung der sprachaudiometrischen Messungen ermöglichen und die Vergleichbarkeit von Ergebnissen aus verschiedenen Einrichtungen wie z.B. Hörakustiker-Fachgeschäften oder Hals-Nasen-Ohren-Praxen verbessern. In diesem Zusammenhang ist die Erstellung einer Leitlinie für die Durchführung von Sprachtests in Fachgeschäften angestrebt.

    OptiRaum ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Hörtechnik und Audiologie (IHA) der Jade Hochschule in Oldenburg, des Deutschen Hörgeräte Instituts (DHI) in Lübeck und örtlichen Hörakustik-Fachgeschäften. Damit ist eine enge Zusammenarbeit mit der Praxis der Hörakustik gewährleistet, die dem Transfer der Forschungsergebnisse in die individuelle Anpassung von Hörgeräten für Menschen mit Hörbeeinträchtigung zugutekommt.

    • Projektbeteiligte: Inga Holube, Jonte Kriebel
    • Projektlaufzeit: 04/2025 – 03/2028
    • Kooperationspartner: Deutsches Hörgeräte Institut GmbH
    • Fördermittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    HörWerk

    Innovationscommunity HörWerk

    HörWerk ist eine Kooperation von Handwerk und Wissenschaft. Ziel ist es, die Hörsystemversorgung weiter zu verbessern. HörWerk baut auf bestehenden Netzwerken auf und fördert Projekte zu praxisrelevanten Fragen, die Hörakustik und Wissenschaft am besten gemeinsam bearbeiten können. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von HörWerk.

    • Projektbeteiligte: Inga Holube, Petra von Gablenz
    • Projektlaufzeit: 01/2025 – 12/2028
    • Kooperationspartner: Hörzentrum Oldenburg gGmbh, Europäische Union der Hörakustiker e.V.
    • Fördermittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung

    IMFIT

    Innovationsverbund individualisierte, modellbasierte Hörgeräteanpassung IMFIT

    Eine deutlich verbesserte Kommunikation von hörbeeinträchtigen Menschen in ihrem Alltag durch eine individualisierte, theoriegetriebene modellbasierte Hörgeräte-Anpassung: Das ist das gemeinsame langfristige Ziel des „Innovationsverbunds individualisierte, modellbasierte Hörgeräteanpassung“ (IMFIT). Mit der Verzahnung von Labormessungen, Modellierungen und Alltagsanalysen soll der Einfluss einzelner Faktoren der Hörschädigung als auch deren Interaktion in Form von gutem/schlechtem Sprachverstehen oder Höranstrengung in unterschiedlichen akustischen Situationen differenziert untersucht und die Hörgeräteanpassung verbessert werden.

    • Projektbeteiligte: Inga Holube, Saskia Ibelings, Jonte Kriebel
    • Projektlaufzeit: 09/2024 – 08/2027
    • Kooperationspartner: Hörzentrum Oldenburg gGmbh, Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg
    • Fördermittelgeber: Land Niedersachsen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

    Analyse der Cochlea-Implantat(CI)-Versorgungswege CI PATIENT JOURNEY

    Bei hochgradigen Hörverlusten, die mit Hörgeräten nicht mehr befriedigend ausgeglichen werden können, wird vielfach eine Versorgung mit Cochlea Implantaten (CI) angestrebt. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der CI-Versorgungen bei Erwachsenen kontinuierlich gestiegen und wird voraussichtlich auch zukünftig weiter ansteigen.

    Die Inhalte und Anforderungen des CI-Versorgungsprozesses sind von der präoperativen Evaluation bis zur lebenslangen Nachsorge in einem Weißbuch der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (2021) ausführlich beschrieben. CI Patient Journey betrachtet gleichfalls den CI-Versorgungsprozess, dies aber nicht in normativer, sondern in dokumentarischer Perspektive.

    Ziel des Projekts ist es, einen fundierten Überblick zum Stand der CI-Versorgungsabläufe bei Erwachsenen zu erhalten. Hierfür arbeiten die Jade Hochschule, die Cochlear GmbH & Co. KG und der Deutsche Hörverband (DHV) mit der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft e.V. und dem Deutschen Gehörlosenbund für eine bundesweite Online-Befragung unter CI-versorgten Erwachsenen zusammen. Die Befragung erfasst die Etappen und wichtigen Personengruppen des individuellen Versorgungswegs sowie die Zufriedenheit mit den involvierten Strukturen und Prozessen.

    Die Ergebnisse sollen die Diskussion um zukunftsfähige und patientenorientierte Versorgungsnetzwerke durch eine belastbare Datengrundlage befördern. Deshalb ist geplant, nicht nur die Auswertung in Form eines Fachartikels zu veröffentlichen, sondern auch die anonymisierten Erhebungsdaten auf begründete Nachfrage für eine freie wissenschaftliche Nachnutzung weiterzugeben.

    • Projektbeteiligte: Inga Holube, Petra von Gablenz
    • Projektlaufzeit: 01/2024 – 12/2025
    • Kooperationspartner: Cochlear Deutschland GmbH & Co. KG