JW: Mit welchen Erwartungen und Vorstellungen treten Sie die Professur an?
Haupt: Nach meinem Abitur wusste ich, das ich irgendetwas mit Technik/Naturwissenschaften studieren wollte. Da ein Freund in Braunschweig anfing Elektrotechnik zu studieren, bot er mir an mit ihm eine WG zu gründen und es ihm gleich zu tun. Nach dem Grundstudium, wusste ich, was ich nicht vertiefen wollte und so blieb die Informationstechnik über. Im Laufe des Hauptstudiums haben mich das Medium Licht und die Möglichkeiten dieses als Werkzeug zu nutzen fasziniert - so sehr, dass ich mein Reststudium und auch meine Promotion mit dem Thema optische Nachrichtentechnik verband und auf dem Gebiet intensiv geforscht habe.
JW: Welche Schwerpunkte möchten Sie in Lehre und Forschung setzen?
Haupt: Ich möchte in den Studierenden die Begeisterung für die Vielseitigkeit der Elektrotechnik wecken, sodass sie ihren eigenen Weg finden können. Da halte ich es mit Antoine de Saint-Exupéry: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
Ich zeige gerne unterschiedliche Wege auf, um das zu vermittelnde Wissen begreifbarer zu gestalten. Wichtig ist für mich dabei, die Studierenden in ihrer gewohnten Umgebung abzuholen und den ganzen Lernprozess über zu begleiten, da darf es dann auch mal ein YouTube-Video sein. Selbst nach über 13 Jahren in der Lehre entdecke ich mit jedem Kurs neue Dinge - das macht es für mich so spannend. Ich kann mich da nur Stephen Hawking anschließen, dessen letzte Botschaft war: „Bleiben Sie neugierig!“.
Ähnliches gilt auch für meine Forschung, in der das Licht weiterhin eine große Rolle spielen wird, aber nicht die einzige. Denn jeder Abschnitt des elektromagnetischen Spektrums eröffnet neue Welten, die es zu entdecken gilt, ob es die Mikrowellen, die Terahertz-Strahlung oder eben das optische Spektrum sind. Ohne sie gäbe es weder das schnelle Internet, das Mobilfunknetz noch die Satellitenkommunikation, um nur ein paar Anwendungen zu nennen. Die faszinierenden Innovationsfelder bieten ein fast unendliches Potenzial an Forschungsthemen und Entwicklungen. Da die richtigen Wege herauszufinden und zu beschreiten, wird sicherlich eine meiner wesentlichen Aufgaben sein. Zu Recht hat die Bundesregierung dieses Jahrhundert dem Photon gewidmet.