Die erlebte Bedrohung und die Ungewissheit während der Pandemie und in Bezug auf die eigene Zukunft setze den Studierenden zu, so Schrader. Die ständigen Ängste und die Hilflosigkeit darüber, keine Kontrolle mehr über ihr Leben zu haben, entkräften die Selbstwirksamkeit der Studierenden. „Gefühle, wie Hilflosigkeit und Ohnmacht schwächen die Handlungsfähigkeit der jungen Menschen“, erklärt die Expertin. „Die Auswirkungen der Pandemie sind noch deutlich spürbar.“
In der Isolation der Pandemie sei es zum Wegfall von resilienzstärkenden Faktoren gekommen: sozialer Austausch, Unterstützung und Freizeitausgleich zu den hohen Leistungsanforderungen des Studiums fehlten. Viele Ratsuchende beklagten, in den Coronasemestern nicht leistungsfähig gewesen zu sein. Jetzt leiden sie unter dem Druck, das Versäumte nachholen zu müssen. Ein Teufelskreis von Überforderung, Selbstzweifeln, Scham und Versagensängsten, der zu Depressionen, sozialen Ängsten und Suchtverhalten führen kann, erklärt die Psychologin.