Prof. Carola Becker im Jade Welt (JW)-Interview:
JW: Frau Becker, was war Ihr persönliches Highlight an der Jade Hochschule?
Becker: Ein einziges Highlight gibt es nicht. Besonders viel Freude haben mir die zahlreichen praxisbezogenen Projekte bereitet, die ich für die Studierenden aus drei Studiengängen jedes Jahr anbieten konnte. Sowohl inhaltlich als auch didaktisch halte ich projektorientiertes Lernen für einen der besten Wege, einen breiten Bildungsanspruch mit Leben zu füllen. Interdisziplinäre Arbeitsmethoden sind gerade für die vielschichtigen raum- und umweltbezogenen Transformationsprozesse unerlässlich. Projekte bieten den jungen Menschen einen einzigartigen Kreativraum. Nur so können die Absolventen die dringend notwendigen Impulse für Innovationen in die Berufswelt tragen. In Projekten lässt sich gut über den Tellerrand einer eingeschliffenen Praxis schauen.
JW: Was gefällt Ihnen besonders gut an der Jade Hochschule?
Becker: Als Fachhochschule steht die Jade Hochschule nach wie vor für eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis mit regionalem Schwerpunkt. Im Zentrum steht die Lehre in überschaubaren Gruppen, was ich immer für sehr förderlich gehalten habe. Die Strukturen einer Fachhochschule bieten gute Ansatzpunkte, eine zunehmend zu beobachtende Bildungsproblematik anzupacken. Die breit gefächerten Studiengänge halte ich für einen großen Vorteil, der noch viel stärker ausgeschöpft werden kann. Außerdem prädestiniert die geografische Lage der Jade Hochschule für europäische Kontexte, die in der Lehre intensiviert werden sollten. Die räumliche Nähe zur Universität bietet weitere Potentiale.
JW: Was planen Sie/wünschen Sie sich für die Zukunft?
Becker: Für die Hochschule wünsche ich mir einen Ausbau von Interdisziplinarität und Europabezügen. Das geht nur auf Basis eines gelebten Respekts vor anderen Fachdisziplinen. Für mich persönlich hoffe ich darauf, weiterführen zu können, was ich mit Unterstützung der Jade Hochschule aufbauen durfte. Dazu gehört das „Netzwerk Naturschutzgeschichte Oldenburger Land“, das in Kooperation mit dem Landesmuseum Natur und Mensch sowie der Oldenburgischen Landschaft eine Zukunft haben wird. Einige umwelt- und planungsgeschichtliche Themen möchte ich noch bearbeiten und dazu publizieren. Und privat möchte erleben und genießen, wofür ich mich mein gesamtes Berufsleben lang aktiv eingesetzt habe: Naturlandschaften insbesondere in den vielen Nationalparken Europas.