JW: Welches Thema bearbeiten Sie in Ihrer Doktorarbeit?
Frenzel: Ich beforsche momentan im Rahmen einer nationalen Bedarfsanalyse das Neugeborenenhörscreening in Deutschland. Das Screening wurde im Jahr 2009 in die gesetzliche Regelversorgung übernommen und seitdem in zwei Runden evaluiert. Es stellte sich jedoch nach eingehender Recherche und der Auswertung der Evaluationsdaten heraus, dass bestimmte Geburtssettings nicht ausreichend abgebildet werden. Damit sind zum Beispiel Hausgeburten oder Geburten in Geburtshäusern gemeint, aber auch ambulante Geburten, bei welchen die Frauen bereits nach einigen Stunden entlassen werden können. Dementsprechend fokussiere ich mich in meiner Arbeit neben der Herausstellung von Problemfeldern und Verbesserungspotenzialen der Prozessabläufe- und qualität, auf den interdisziplinären Austausch zwischen Leistungserbringern. Das Projekt wird in einem Mixed-Methods-Ansatz durchgeführt, um möglichst viele Perspektiven einholen zu können. Dies gelingt zum Beispiel durch Expert_inneninterviews, eine Fokusgruppendiskussion oder quantitative Abfragen anhand eines Fragebogens.