Gut besuchter Online-Vortrag
Ob Unternehmen mit „Purpose Marketing“ ihrer Wirtschaftstätigkeit glaubhaft einen sozialen Sinn geben können – darüber referierte Prof. Dr. Jo Reichertz zum Auftakt der Vortragsreihe des Instituts für Medienwirtschaft und Journalismus (InMWJ) an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Coronabedingt finden die Vorträge in diesem Semester erstmals online als Video-Konferenzen statt. Dennoch – oder vielleicht auch deswegen – war der Vortrag des Kommunikationsforschers vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen mit über 50 Teilnehmer_innen gut besucht.
Purpose Marketing beispielhaft erklärt
An verschiedenen Beispielen verdeutlichte Reichertz zunächst, was mit Purpose Marketing gemeint ist: Werbung mit „nicht durchdesignten Models“ (Dove), mit „Black Lives Matter“ (Starbucks) oder mit Bildern von zu Tode verurteilen Menschen (Benetton). Im Grunde, erklärte der Professor, versuchten alle diese Unternehmen das Gleiche: Statt mit der Qualität ihrer Waren zu punkten, positionieren sie sich hier als Verfechter gesellschaftlicher Werte. Dabei handelt es sich um keine neue Idee. Benetton machte beispielsweise mit seiner Plakatkampagne gegen die Todesstrafe im Jahr 2000 Schlagzeilen. Diese Art von Werbung gebe es schon seit 30 Jahren, erläutert Reichertz.
Nur gelte dieses Prinzip unter dem Namen „Purpose Marketing“ aktuell für Viele aus der Marketing-Branche als neuer Trend. Es lässt sich auch gut verkaufen in einer Zeit, in der Verbraucherinnen und Verbraucher schnell alle möglichen Informationen über ein Unternehmen ergoogeln und sich im Dickicht von Information und Fake News zunehmend besser zurechtfinden. Da sei Werben mit Sinn gefragt.
Unternehmen versuchen demnach, für ihre Produkte und Dienstleistungen eine gute Umwelt zu schaffen. Sie erhoffen sich Vorteile davon, dass sie Werte wie Nachhaltigkeit, Natürlichkeit, Anstand und Moral nicht nur formulieren, sondern auch in Anspruch nehmen, sich danach zu richten. „Das an sich ist noch nicht verwerflich“, sagt Reichertz. Die Frage sei aber: „Wie tun sie es? Und ist das glaubhaft?“ Und letztendlich auch:





