Der Bachelorstudiengang Maschinenbau bereitet auf eine berufliche Tätigkeit als Ingenieurin bzw. Ingenieur in Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie in artverwandten Branchen, z. B. dem Fahrzeug- oder Flugzeugbau sowie der Energie- und Verfahrenstechnik, vor. Weitere wichtige potenzielle Arbeitgeber sind der öffentliche Dienst, Ingenieurdienstleister und Prüf- und Abnahmegesellschaften wie TÜV und Dekra. Dafür werden den Studierenden die erforderlichen fachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden vermittelt. Ein besonderer Wert wird auf ein interdisziplinäres Zusammenwirken mit anderen Ingenieurbereichen gelegt. Alle Pflichtfächer der anderen Bachelor-Studiengänge im Fachbereich Ingenieurwissenschaften können als Module der Technischen Wahlpflicht (TWP) gewählt werden.
Berufs- und Wirtschaftsverbände wie VDI und VDMA legen regelmäßig empirisch gesicherte Daten zu den für die Ingenieurausbildung relevanten Themen vor. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) hat Empfehlungen zur Gestaltung von Bachelor- und Masterstudiengängen im Maschinenbau formuliert. Diese Empfehlungen wurden bei der Konzeption von Struktur und Curriculum des hier vorgestellten Studienganges berücksichtigt.
Die Studienstruktur des grundständigen Bachelorstudiums Maschinenbau wurde bereits in Abschnitt 1.1 vorgestellt. Das Grundlagenstudium umfasst die ersten drei Semester des Studiums und dient der Vermittlung von universellen Grundkenntnissen:
- Mathematisch-naturwissenschaftliche Grundlagen,
- Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen,
- Grundlagen der Informatik und Datenverarbeitung,
- Nichttechnische Wahlpflicht (NTWP)
Im Vertiefungsstudium ab dem 4. Semester absolvieren die Studierenden Pflichtmodule, Wahlpflichtmodule und eine Schlüsselqualifikation. Die Studierenden müssen aus vier angebotenen Spezialisierungsbereichen einen für ihre individuelle fachliche Entwicklung wählen:
Cyber-physische Systeme
Die Absolvent_innen spezialisiert auf dem Gebiet Cyber-physische Systeme arbeiten im beruflichen Tätigkeitsfeld in disziplinübergreifenden Schnittstellenbereichen, im Speziellen zwischen dem Maschinenbau und der Informatik. Die Absolvent_innen sind befähigt, eine modellbasierte Entwicklung von hybriden Produkten im Kontext des Systems Engineering durchzuführen. Sie beherrschen den Umgang mit komplexen Systemen in Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Vertrieb und sind - eingebettet in den ingenieurwissenschaftlichen Rahmen des Maschinenbaus - in der Softwareentwicklung ausgebildet.
Energie-, Verfahrens- und Wasserstofftechnik
Die Absolvent_innen spezialisiert auf dem Gebiet Energie-, Verfahrens- und Wasserstofftechnik verfügen über methodisches Wissen, das zur Bereitstellung von Energie und von Produkten der Verfahrenstechnik befähigt. Sie sind sich der Transformationen, denen der deutsche und europäische Energiemarkt unterliegt, und der damit verbundenen Notwendigkeit, die Energieversorgung nachhaltig sicherzustellen, bewusst. Die Absolvent_innen kennen Energieträger und Klassen von Energiespeichern, die sie bezogen auf einen konkreten Anwendungsfall bewerten können. Sie kennen die Technologien, mit denen Wasserstoff bereitgestellt werden kann und die damit verbundene Wertschöpfungskette.
Entwicklung und Konstruktion
Die Absolvent_innen spezialisiert auf dem Gebiet Entwicklung und Konstruktion verfügen über methodisches Wissen, das zur Konstruktion und Entwicklung komplexer technischer Produkte befähigt. Die Absolvent_innen sind mit modernen rechnergestützten Methoden (CAD / CAE) bei der Gestaltung, Auslegung und Berechnung von Bauteilen und Systemen vertraut und sind in der Lage, in kurzen Entwicklungszeiten vielfältige Produkte zu entwerfen.
Produktion
Die Absolvent_innen spezialisiert auf dem Gebiet Produktion verfügen über vertiefte Kenntnisse über Technologien und Systeme für die Teilefertigung einschließlich ihrer Automatisierung und wissen um deren Qualitätsanforderungen in der heutigen industriellen Produktion. Die Produktionsingenieur_innen sind in der Lage, im Hinblick auf nachhaltigen Umgang mit begrenzten Ressourcen rationelle Fertigungsmethoden auszuwählen.