Vortrag "Daten, Objekte und Karten: Historische Sammlungen im Projekt DiViAS aufbereiten und sichtbar machen"

21. Mai, 19 Uhr, Schlaues Haus Oldenburg

Referenten: Simon Albers und Andreas Gollenstede, Jade Hochschule; Stefan Fuest, Leibniz Universität Hannover

Das Forschungsprojekt DiViAS (Digitalisierung, Visualisierung und Analyse von Sammlungsgut) beschäftigt sich anhand von zwei konkreten Fallstudien damit, wie man historische Objekte und Dokumente, die meist aus kolonialen Zusammenhängen stammen, zeitlich und räumlich erfassen und darstellen kann.

Im Zentrum stehen dabei zwei zentrale Fragestellungen: zum einen die Bewegung der Objekte (ihr Weg durch Raum und Zeit und ihre Herkunft) und zum anderen ihre Materialität (ihre Beschaffenheit, ihre Eigenschaften und ihre Provenienz). Dabei betrachten die Forschenden sowohl die Informationen, die zu den Objekten existieren, als auch ihre physische Beschaffenheit. Hierfür werden unterschiedliche Methoden kombiniert: qualitative und quantitative Ansätze aus den Geschichts- und Kulturwissenschaften, Verfahren zur Analyse von Sammlungsstücken und ihrer Herkunft (Provenienzforschung), naturwissenschaftliche Methoden zur Erforschung historischer Materialien sowie Messtechnik (wie die 3D-Digitalisierung), Geoinformatik und Kartographie, sowie Methoden der Künstlichen Intelligenz (Data Science).

Die aus diesen Analysen gewonnenen Daten werden in eigens entwickelten Datenbankstrukturen (Raumzeitliches Datenmanagement) nach etablierten Standards verwaltet und zugänglich gemacht. Weil die Quellenlage sehr vielfältig ist und es viele verschiedene Anwendungsfälle gibt, sind spezielle Visualisierungsmethoden nötig. Viele Forschungsfragen lassen sich nämlich erst durch eine visuelle Analyse beantworten. Eine besondere Schwierigkeit besteht zum Beispiel darin, historische Schiffsrouten zu rekonstruieren und kartographisch darzustellen, da die zugrundeliegenden Daten oft ungenau und unvollständig sind.

Dieser Vortrag bietet einen Gesamtüberblick über die verschiedenen Bereiche des Projekts und konzentriert sich dabei besonders auf die Methoden und bisherigen Ergebnisse aus dem Bereich der Geoinformation. Beteiligte Projektpartner sind das Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG) der Jade Hochschule, das Institut für Kartographie und Geoinformatik (ikg) der Leibniz Universität Hannover, das Institut für Geschichte (IfG) der Universität Oldenburg, das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg (LMNM) und die Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds Göttingen (VZG).

Weitere Informationen: https://www.schlaues-haus.de/