Forschungsförderung - externe Mittel

Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)

Die neue Förderperiode 2021-2027 ist in der Vorbereitung. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat einen ersten Antragstermin im September 2022 in Aussicht gestellt.

Die hier eingestellten Informationen geben den Wissenstand von Februar 2022 wieder und sind als vorläufig zu verstehen. 

Die Veröffentlichung der Richtlinie des MWK ist für Juli 2022 geplant.

Eine Antragsberatung und -begleitung durch das Forschungsmanagement, Christina Schumacher, ist zwingend erforderlich. Bitte melden Sie sich frühzeitig, wenn Sie eine Antragstellung planen!

Hintergrund

Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung ist einer von fünf Struktur- und Entwicklungsfonds. Er wird jeweils für eine Dauer von sieben Jahren aufgelegt, der sogenannten Förderperiode (aktuell: 2021-2027).

Ziel ist es, die wirtschaftlichen, soziale und territoriale Unterschiede in der EU zu verringern.

2021-2027 soll der Fonds dazu beitragen, dass Europas Regionen

  • wettbewerbsfähiger und intelligenter werden, und zwar durch Innovation und Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie durch Digitalisierung und digitale Konnektivität;
  • grüner, emissionsarm und krisenfest werden;
  • durch Mobilitätssteigerung stärker vernetzt sind;
  • sozialer werden – durch wirksame Beschäftigungsförderung, inklusive Arbeitsplätze, Bildung, Kompetenzen, soziale Inklusion und gleiche Gesundheitsversorgung für alle sowie eine Aufwertung von Kultur und nachhaltigem Tourismus;
  • bürgernäher werden, indem sie die Entwicklung auf lokaler Ebene und die Nachhaltigkeit von Städten EU-weit unterstützen.

Die Mittel werden über die Mitgliedstaaten ausgeschüttet. In Deutschland erfolgt dies über die einzelnen Bundesländer.

 

Ziele in Niedersachsen

Niedersachsen fokussiert für die Förderperiode 2021-2027 folgende gemeinsame Prioritäten für sämtliche Strukturfonds:

  •  innovativeres und wettbewerbsfähigeres Niedersachsen
  • grüneres und Co2-ärmeres Niedersachsen
  • sozialeres Niedersachsen
  • Soziale Innovationen in Niedersachsen
  • Zukunftsfähigere Städte und Regionen

Zusäthlich müssen in jeder Förderrichtline die Querschnittsziele

  • Gleichstellung von Frauen und Männern
  • Nichtdiskriminierung und Chancengleicheit
  • Nachhaltige Entwicklung und
  • Gute Arbeit

berücksichtigt werden.

In seiner Förderstrategie (pdf) hat Niedersachsen folgende Herausforderungen benannt, die mithilfe der EU-Förderung adressiert werden sollen:

  • Transformationsprozesse in den zentralen Wirtschaftsbereichen Mobilitätswirtschaft, Agrarsektor, Energiesektor
  • Digitalisierung
  • Nachwuchs- und Fachkräftebedarf
  • Klimawnadel und umweltbezogene Bedarfe
  • Vielfalt der regionalen Bedarfe (Erhalt attraktiver Lebensbedingungen in allen Regionen)

 

Antragsmöglichkeiten in Niedersachsen

Die Mittel aus EFRE, ESF und ELER werden über die verschiedenen Ministerien ausgeschüttet, die jeweils eigene Förderprogramme aufgelegt haben.

Der Schwerpunkt liegt in der Förderung von Unternehmen. Vielfach können hier aber auch Hochschulen Partner sein und Zuwendungen erhalten.

Aufgrund der vielfältigen Programme sei hier auf die Überblicks-Präsentationen der verschiedenen Ministerien zum Start der Förderperiode verwiesen, die Sie hier abrufen können:

https://www.arl-we.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltungsdokumentation/veranstaltungs-dokumentation-174473.html

 

 

 

Innovation an Hochschulen und Forschungseinrichtungen (MWK)

Förderlinien

Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur wird folgende Förderlinien auflegen (Details vorläufig, Stand Februar 2022):

2.1 Aufbau und Erweiterung von Forschungsinfrastrukturen

  • Einmalige Anschaffung von Geräten und Instrumenten, Baumaßnahmen, Rechner, Softwaresysteme
  • ab 200.000 Euro Projektvolumen
  • Bezug zur RIS3, anwendungsorientierte Forschung
  • Laufzeit: max. fünf Jahre
  • 50 Prozent der Kosten werden gefördert! Der Rest ist selber zu tragen.
  • Melden Sie sich beim Forschungsmanagement, um Möglichkeiten der Finanzierung zu besprechen
  • Abrechnungsfähig sind nur Bau- bzw. Anschaffungskosten

2.2.1 Gründungs- und Innovationsräume 

  • Schließt Lücken der gründungsrelevanten Angebote der Hochschule (Personal/Ausstattung)
  • Laufzeit: max. drei Jahre
  • Abstimmung im Vorfeld mit dem Vize-Präsidenten erforderlich
  • 70 Prozent werden gefördert, Eigenanteil kann über Personal dargestellt werden

2.2.2 Innovative Kooperationsprojekte für   anwendungsorientierte Forschung

  • Vorzugsweise in Kooperation mit regionalen Unternehmen/Einrichtungen
  • Konkreter Anwendungsbezug
  • Besondere Bedeutung für die Region (Region meint nicht lokal, sondern eher Niedersachsenweit)
  • Weiter Innovationsbegriff (auch Marketing-, Prozess-, Organisations- und soziale Innovationen)
  • Weiterentwicklung von vorherigen Projektergebnissen möglich
  • Laufzeit: max. zwei Jahre
  • 80 Prozent werden gefördert, Eigenanteil kann über Personal dargestellt werden
  • Projekte können ggf. im Verbund mit anderen Hochschulen durchgeführt werden

2.2.3 Innovationsverbünde

  • Größeres Konsortium aus FH, Universität/FE, Unternehmen/Einrichtungen
  • mehrere Teilprojekte
  • FH soll grundsätzlich Partner sein, wo wissenschaftlich sinnvoll
  • zB vorhandenes Know-how auf andere Bereiche/Branchen übertragen
  • Zweistufiges Verfahren
  • Transfer und Nachhaltigkeit wird verstärkt Bedeutung beigemessen (signifikantes eigenes Arbeitspaket)
  • Laufzeit: max. drei Jahre
  • 80 Prozent werden gefördert, Eigenanteil kann über Personal dargestellt werden

2.2.4 Innovationen für Klimaschutz in Mooren 

  • Entwicklung und Erprobung moorschonender Wirtschaftsweisen
  • Entwicklung und Erprobung von Produktions- und Verwertungsverfahren
  • für Erzeugnisse aus moorschonender Bewirtschaftung
  • Laufzeit: max. drei Jahre
  • kleinerer Fördertopf
  • bis zu 100 Prozent Förderung

Kalkulation und Finanzierung

Kalkuliert werden voraussichtlich (außer in der Förderlinie 2.1. Forschungsinfrastrukren) ausschließlich Personalkosten, auf die eine Pauschale von 30 Prozent für restliche Ausgaben (Sachmittel, Mehrkosten im Personal) gezahlt wird.

Der Eigenanteil ist in der Regel durch den Einsatz von grundständig finanziertem Personal zu erbringen. Die für das Projekt erbrachten Stunden werden monatlich in einem Stundenzettel festgehalten. 

(Stand Februar 2022)

Kooperationspartner

Kooperationspartner können ein KMU und andere juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts sein. Größere Unternehmen können unterstützt werden, wenn auch ein KMU gefördert wird
(KMU=Kleine und mittlere Unternehmen)

Kooperationspartner müssen eine Betriebsstätte in Niedersachsen haben.

Kooperationspartner können Gelder einbringen, müssen das aber nicht.

Kooperationspartner dürfen keine Aufträge annehmen.

Akteure können auch aus dem Ausland (auch außerhalb der EU), oder anderen Bundesländern kommen (insb. HH/HB), sofern die Kooperation im Landesinteresse liegt.

(Stand Februar 2022)

Antragstellung

  • Die Antragstellung ist zwei Mal jährlich zu Stichtagen möglich (voraussichtlich März und September).
  • Anträge in der Förderlinie 2.1 Forschungsinfrastrukturen können laufend gestellt werden (Windhund-Prinzip).
  • Erster Stichtag soll im September 2022 sein.
  • Zukünftig sollen themenspezifische Ausschreibungen erfolgen

Eine Antragsberatung und -begleitung durch das Forschungsmanagement, Christina Schumacher, ist zwingend erforderlich. Bitte melden Sie sich frühzeitig, wenn Sie eine Antragstellung planen!

Antragshilfe und relevante Dokumente

Folgende Dokumente sind als strategischer Hintergrund für das Förderprogramm von Relevanz:

Richtlinie: liegt noch nicht vor

Arbeitshilfe: liegt noch nicht vor