22.07.2021

Studierende der Jade Hochschule kartieren Ahlhorner Fischteiche in Praxisübung

3D-Modelle wichtige Basis für hydrologische Auswertungen

Ahlhorn.Oldenburg. In den vergangenen zwei Wochen führten Studierende der Jade Hochschule eine Vermessungsübung an den Ahlhorner Fischteichen durch. Die Niedersächsischen Landesforsten hatten die Anregung gegeben, die wasserarmen Teiche in ihren dreidimensionalen Ausmaßen zu erfassen und die Volumina der Teiche zu ermitteln.

Messboot und Dschungelfeeling
Das teils dicht bewachsene Messgebiet wurde von 52 angehenden Geodät_innen gruppenweise mit Hilfe verschiedener Messinstrumente erfasst. Erstmals kam ein autonom fahrendes Wasserfahrzeug zum Einsatz, um den Teichgrund zu erfassen.
Da die Lehrveranstaltungen in diesem Semester größtenteils online stattfanden, freute es die Studierenden umso mehr, die wichtige Praxiserfahrung machen zu können. „Die Messwoche in der Natur ist ein Highlight im Studium. Das Gelände ist vielfältig und das Messen an und in Gewässern eine neue und interessante Erfahrung“, sagt Viertsemester Lennart Schwager.

Endlich wieder „im Feld“, wie Geodät_innen sagen. Jede der studentischen Messgruppen verbrachte eine Woche im zugeordneten Messgebiet, unter Einhaltung des Hygienekonzepts der Hochschule. (Foto: Lena Wiegand)
Mobile Office statt Home Office: Die Geodäsie-Studierenden lernten unter anderem die Sensorik eines autonom fahrenden Wasserfahrzeugs kennen. Es erfasst mittels Echolot linienförmige Tiefeninformationen der Lethetalsperre. (Foto: Lena Wiegand)
Das autonome Messboot im Einsatz. Es verfügt über die folgenden Sensoren: Single-Beam-Echolot, IMU, GNSS (Foto: Harry Wirth)

Wassersystem der Fischteiche verstehen
Die Ergebnisse dienen als Datengrundlage für hydrologische Auswertungen. Seit Jahren verzeichnen die Fischteiche einen Rückgang des Wasserstands und damit einhergehend eine Verlandung der Teiche. „Unser Ziel ist es, das Wassersystem der Fischteiche gänzlich zu verstehen.“, erläutert Jörn Schöttelndreier (Förster für Waldökologie) von den Niedersächsischen Landesforsten. Dies sei wichtig, um dem Wassermangel mit Maßnahmen entgegen zu wirken und so die Artenvielfalt des FFH-Gebiets zu erhalten.

Um das zu erreichen, arbeiten die Niedersächsischen Landesforsten seit 2015 mit der Hochschule zusammen. „Es ist eine Win-Win-Situation: den Studierenden bietet sich ein umfangreiches Messgebiet, das auch Herausforderungen mit sich bringt. Diese Praxiserfahrung ist wichtig für sie. Dass die Ergebnisse im Anschluss sinnvoll weiterverwendet werden, rundet das Ganze ab.“, sagt Tobias Berndt, verantwortlicher Dozent.

 

In den Randbereichen der Teiche war von den Studierenden Körpereinsatz gefragt. Mit Wathosen und Rettungswesten ausgestattet begeben Sie sich ins Wasser, um die Uferzonen vermessen zu können. (Foto: Lena Wiegand)