Hörtechnik und Audiologie (B.Eng.)

An der Jade Hochschule in Oldenburg in der Abteilung "Technik und Gesundheit für Menschen (TGM)" fokussiert sich beim Studiengang Hörtechnik und Audiologie alles auf das Hören im weitesten Sinne. Dieser Studiengang richtet sich an alle, die sich fürs Hören interessieren oder denen helfen möchten, die leider nicht mehr so gut hören können. Das Interesse kommt vielleicht aus dem Wunsch Musik und Technik zu verbinden, mehr über Akustik und Elektroakustik zu erfahren, die medizintechnische Seite des Hörens kennen zu lernen oder um sich wissenschaftlich im Bereich der Hörakustik weiterzubilden. In der Kombination mit dem anschließenden Master H+A sind Sie in Oldenburg in allen Fällen richtig.

Sie studieren in einer kleinen Gruppe von 30 bis 50 Studierenden pro Semester ein spezielles Ingenieursfach, das mit der vertieften wissenschaftlichen Ausbildung für den Bereich Hören deutschlandweit nur in Oldenburg angeboten wird. Sie lernen alle Facetten des Hörens kennen, vom Aufbau des Gehörs bis zur Wirkung des Schalls auf die menschliche Wahrnehmung. Wir vermitteln Ursachen und technische Gegenmaßnahmen bei beeinträchtigtem Hören und wie diese zu bewerten sind. Sie erhalten einen vertieften Einblick in die Akustik, Elektroakustik und Audioalgorithmik. Dies ermöglicht Ihnen als Ingenieur_in bundes- und europaweit neue Technologien zu entwickeln, in der Audiologie in Kliniken und Firmen zu arbeiten oder mit dem konsekutiven Master-Studiengang Hörtechnik und Audiologie an der Universität Oldenburg eine wissenschaftliche Karriere in der Hörtechnik zu beginnen.

Hörtechnik und Audiologie (B.Eng.) im Überblick

Abschluss

Bachelor of Engineering (B.Eng.)

Bewerbungszeitraum

1. Juni bis 15. September

Studienbeginn

Jährlich zum Wintersemester


Regelstudienzeit

7 Semester (einschließlich Praxisphase und Bachelorarbeit)

Voraussetzung

Fachhochschulreife, allgemeine Hochschulreife oder ein gleichwertiger internationaler Abschluss

Besonderheiten

8 Wochen Vorpraktikum in einer einschlägigen Tätigkeit im Gesundheitsbereich sind erforderlich. Fachlich verwandte technische oder medizinische Ausbildungsberufe sind anrechenbar. Beispiele hierfür sind: Zivildienst oder Freiwilliges Soziales Jahr in einer Klinik oder einer Pflegeeinrichtung, eine Ausbildung in Hörgeräteakustik oder Veranstaltungstechnik.


Studienort

Oldenburg

Numerus Clausus

Nein

Sprache

deutsch

Symbolbild Peer-Mentoring
 
Peer-Mentoring
Let's go!

Bewerbung

Der Studiengang Hörtechnik und Audiologie ist zulassungsfrei (Besonderheit: Vorpraktikum). Eine Bewerbung ist jeweils ab dem 1. Juni bis 15. September eines Jahres zum Wintersemester möglich.

Voraussetzung für den Zugang ist mindestens die Fachhochschulreife oder ein gleichwertiger internationaler Abschluss, sowie die Absolvierung eines Vorpraktikums in einer thematisch verwandten technischen, medizinischen oder therapeutischen Tätigkeit. Hier kann auch einschlägige Berufsausbildung auf Antrag anerkannt werden. Das Vorpraktikum muss acht Wochen umfassen und kann bis zum Ende des vierten Semesters abgeschlossen werden.

Voraussetzungen für den Zugang finden Sie in der Zugangsordnung des Studiengangs Hörtechnik + Audiologie auf der Seite des Immatrikulationsamtes.

Zur Online Bewerbung können Sie sich in einem Video zum Ablauf des Bewerbungsverfahrens informieren. Bewerben Sie sich online beim eCampus der Jade Hochschule.

Studieneinstieg

Auf der Seite des Immatrikulationsamts finden Sie die Zugangsordnung des Studiengangs. Weitere Informationen bezüglich des Vorpraktikums stellt das Immatrikulationsamt unter den Zulassungsbeschränkungen – Vorpraktika zu Verfügung. Zur Anrechenbarkeit Ihrer möglichen beruflichen Vorbildung berät Sie außerdem gern die Zentrale Studienberatung.

Das Studium beginnt im ersten Semester stets im Wintersemester. Die Vorlesungen beginnen Ende September. Alle wichtigen Termine sind unter den Terminplänen auf der Homepage einsehbar. Nach erfolgter Einschreibung erhalten Sie weitere Informationen zu Ihrem Studienstart.

Studienvorbereitende Angebote

Weitere Hilfen für Studieninteressierte zum Einstieg an der Jade Hochschule.

Berufsbild

Als Absolvent_in des Studiengangs Hörtechnik und Audiologie erwartet Sie ein weites Feld an möglichen Aufgaben und Berufen. Denkbar sind alle Bereiche der Akustik und Audiologie, ganz nach persönlicher Vorliebe. Fast die Hälfte der Absolvent_innen entdeckt im Studium das Interesse an der Wissenschaft für sich und schreibt sich für einen weiterführenden Master-Studiengang ein – die meisten für den konsekutiven Master Hörtechnik und Audiologie der Universität Oldenburg aber auch in fachverwandten Studiengängen in Kopenhagen und Berlin.

Doch auch ohne Master-Studium stehen Ihnen alle Wege offen. In der Forschung und Entwicklung von Hörgeräten und Cochlear-Implanaten, arbeiten Sie auf die Steigerung der Lebensqualität hörbeeinträchtigter Menschen hin, indem Sie neue Produkte und ihre Algorithmen entwickeln. In der klinischen Audiologie sind Sie hingegen daran beteiligt, Patienten mit Hörgeräten und Implantaten zu versorgen und z.B. Operationen zu begleiten und die einwandfreie Funktion von Implantaten sicherzustellen.

Abseits medizinischer Fragestellungen sind Sie als Absolvent_in z.B. in der Automobil und -zuliefererbranche im Rahmen der Fahrzeugakustik beschäftigt und gestalten das Sound-Design der Autos von Morgen. In vielen Disziplinen arbeiten Sie auch mit anderen Fachgebieten zusammen und gestalten z.B. als Bau- und Raumakustiker_in gemeinsam mit Architekt_innen und Bauingenieur_innen neue Gebäude mit bestmöglichen akustischen Eigenschaften. Für die Musik und Technikbegeisterten ergeben sich Arbeitsmöglichkeiten in der Elektroakustik oder Software-Entwicklung.

Studieninhalte

In den ersten drei Semestern erlernen Sie vor allem technische und mathematische Grundlagen. Gemeinsam mit medizinischen Veranstaltungen und Grundlagen der Informatik bilden diese die Basis für die fachspezifische Ausbildung in den höheren Semestern.

In den Semestern Semestern 4 bis 6 erfahren Sie eine zunehmend fachspezifische Ausbildung mit den Schwerpunkten Akustik, Audiologie, Hörtechnik, Psychoakustik und Signalverarbeitung. Darüber hinaus haben sie ab dem vierten Semester die Möglichkeit, Studieninhalte über Basis- und Vertiefungs-Wahlpflichtmodule für eine individuelle Schwerpunktsetzung zu nutzen. So können unter anderem eher medizinische oder programmiertechnische Spezialveranstaltung hinzugenommen werden.

Eine Konstante während des Studiums bilden die Praktikumsmodule, in denen Sie mit wachsender stofflicher Tiefe die Inhalte der Vorlesungen zur interdisziplinären Verknüpfung und praktischen Anwendung bringen sollen. Beispiele aus den letzten Jahren finden Sie hier

Ab dem dritten Semester bieten wir für unsere Studierenden außerdem Exkursionen an.

Das siebte Semester besteht aus einer Praxisphase mit anschließender Bachelorarbeit. Die Praxisphase absolvieren Sie in einem Unternehmen oder einer wissenschaftlichen Einrichtung. Hier bringen Sie das im Studium erlernte Wissen und Ihre Fähigkeiten berufspraktisch zur Anwendung. Häufige Praxisstellen finden sich z.B. im Automobilbereich (z. B. Daimler Benz, Bosch), in der Audiologie (z.B. HNO-Kliniken oder Hörgeräte-Hersteller, z.B. WSAudiology, Phonak, Oticon), in der Elektroakustik (z.B. Sennheiser) oder im Wissenschaftsbereich (z. B. Fraunhofer Gesellschaft, Physikalisch-Technische Bundesanstalt). Die Bachelorarbeit schließt direkt an die Praxisphase an. Hier bearbeiten Sie in der Regel das Projekt aus der Praxisphase weiter und ordnen es theoretisch und fachlich ein.

Nach erfolgreicher Bachelorarbeit schließen Sie das Studium mit dem Bachelor of Engineering ab.

Studienplan

Das Curriculum des Studiengangs Hörtechnik und Audiologie setzt sich aus Modulen der folgenden Arten zusammen:

 

  • Pflichtmodule müssen ohne Wahlmöglichkeit von allen Studierenden belegt werden und bilden den Grundstock des Studiums.

  • Praktika sind ebenfalls verpflichtend und wesentlicher Bestandteil des Studiums. Hier sammeln Sie praktische Erfahrungen in typischen Tätigkeiten ihres zukünftigen Berufsfelds.

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  • Wahlpflichtmodule des Kernbereichs eröffnen Ihnen erste Wahlmöglichkeiten zur Spezialisierung. Das Angebot ist vielfältig angelegt und reicht von technisch fokussierten Themen ("Hard-Skills") bis zur Stärkung beruflich-sozialer Kompetenzen ("Soft-Skills").

  • Wahlpflichtmodule des Bereichs der freien Wahl erlauben es, weitere Fachrichtungen und damit besondere persönliche Interessen ins Studium mit einzubringen. Das Angebot ist vielfältig.

Die verfügbaren Module finden Sie im Modulhandbuch des Studiengangs Hörtechnik und Audiologie . Im folgenden Studienverlaufsplan sind die entsprechenden Seiten des Modulhandbuchs zum jeweiligen Modul verlinkt.

Berufliche Möglichkeiten

Mehr als alle Beschreibungen zeigt eine Liste der Firmen, in denen H+A Ingenieur_innen arbeiten, die Vielfalt der Möglichkeiten. Unsere Liste zeigt eine kleine Auswahl möglicher Unternehmen, u. a. Firmen der Hörgeräteindustrie, medizinische Einrichtungen, Automobilhersteller, Audio Hard und Softwarefirmen sowie Hersteller von Lautsprechern und Kopfhörern.

Feedback ehemaliger Absolventen

Ganz gleich wofür Sie sich entscheiden, es erwartet Sie in jedem Fall ein spannendes Berufsleben in verschiedensten medizinischen und technischen Tätigkeiten. Im Folgenden haben wir einige Ehemalige gebeten zu schildern, wo und woran Sie jetzt arbeiten und wie zufrieden Sie mit ihrem Studium der Hörtechnik und Audiologie an der Jade Hochschule waren.

 

Porträt der Absolventin Katrin Manella
Katrin Manella

"Auf mein Studium blicke ich sehr gerne zurück, es war eine wunderbare Zeit! Insbesondere das spannende Gebiet der Psychoakustik hat mich ideal auf mein Berufsleben in der Sonova AG, Schweiz, vorbereitet. Bereits während des Studiums durfte ich für Phonak im Rahmen verschiedener Praktika arbeiten und bin nun seit Abschluss des Studiums innerhalb verschiedener Jobrollen rund um das Thema klinische Studien mit schwerhörigen Probanden zur Weiterentwicklung der Phonak Hörsysteme tätig.

Meine eigene angeborene Schwerhörigkeit ist dabei insofern von Nutzen, dass ich zum einen die Prototypen selbst testen und evaluieren kann. Zum anderen hilft es, mich in unsere Probanden hineinzuversetzen, um deren Wünsche und Bedürfnisse besser zu verstehen und zu "übersetzen". In meiner aktuellen Position beleuchte ich nun die klinischen Studien aus dem regulatorischen Blickwinkel, mit dem Ziel, einen Beitrag zur Sicherstellung der nationalen und internationalen regulatorischen Anforderungen an klinische Studien zu leisten. Kurz und bündig: Ein super-spannendes Studium, das mir zu einem mindestens genauso spannenden Job verholfen hat."

— Absolventin Katrin Manella (H+A), Clinical Affairs Managerin bei Phonak in Stäfa, Schweiz

"Meine Motivation den Studiengang Hörtechnik und Audiologie zu wählen, war und ist meiner großen Affinität zur Musik geschuldet. Schon immer interessierte mich als Schlagzeuger, wie das menschliche Gehör Schallwellen aufnimmt und verarbeitet. Genau das wird im Studiengang behandelt, sowohl aus medizinischer, als auch aus technischer Sicht. Zurückblickend kann ich sagen, dass das Studium eine ideale Vorbereitung für meine Master- und Doktorarbeit sowie für meinen aktuellen Job war."

— Absolvent Niklas Harlander, Akustikingenieur in der Forschung bei Sivantos in Singapur

 

Porträt der Absolventin Niklas Harlander
Niklas Harlander
Porträt des Absolventen Friederike Horand
Friederike Horand (Foto-Copyright: Carcoustics)

"Für den Studiengang Hörtechnik und Audiologie habe ich mich aufgrund seiner Vielseitigkeit entschieden, da es neben den technischen Aspekten der Akustik auch z.B. die medizinische Seite des Hörens und die Psychoakustik behandelt. Meine Erwartungen an das Studium wurden sogar noch übertroffen. Ein junges, motiviertes Professorenteam und gute Stimmung unter den Kommilitonen trug zu einer guten Lernatmosphäre bei.

Gute Beziehungen in die Industrie und das Absolventennetzwerk führten mich schließlich als Akustik-Ingenieurin zur Firma Carcoustics nach Leverkusen, wo ich mich mit der Entwicklung von akustischen Bauteilen für die Automobilindustrie und andere Branchen, wie z.B. die Haushaltsgeräteindustrie, beschäftige. Inzwischen habe ich die Leitung des Teams Akustik und Thermodynamik übernommen. Auch dabei kommt mir mein vielschichtiges Studium zu Gute, da ich mich schnell in unterschiedliche Fragestellungen eindenken muss."

— Absolventin Friederike Horand, Teamleitung Akustik und Thermodynamik bei Carcoustics TechConsult GmbH in Leverkusen

"Durch das Studium der Hörtechnik und Audiologie bin ich bis heute eine Exotin in meinem beruflichen Umfeld. Besonders mein Wissen in den Bereichen Psychoakustik, Durchführung von Probandenstudien und explorative Datenanalyse bringt einen ganz anderen Blickwinkel mit, weshalb ich als Spezialistin anerkannt und gefragt bin. Im Studium hat mir besonders das breite Angebot an Vorlesungen gefallen. Von Anatomie und Physiologie über physikalische Akustik bis hin zur Psychoakustik war alles dabei, was eine angehende Akustikerin sich so wünschen kann. Hörtechnik und Audiologie ist ein gut organisierter Studiengang mit engen Kontakten zu Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern war. Der Mix aus Praxis und Theorie hat mich gut auf die ersten Jahre meines Berufslebens vorbereitet."

— Absolventin Jacqueline Rausch, Gruppenleiterin in der Entwicklung von Brems- und Fahrdynamiksystemen bei der Robert Bosch GmbH

Porträt der Absolventin Jacqueline Rausch
Jacqueline Rausch

Exkursionen

Ab dem dritten Semester bieten wir für unsere Studierenden außerdem Exkursionen an. Hier besuchen Sie gemeinsam mit Ihren Dozent:innen wechselnde Städte und dort ansässige (akustik/medizin)-technische Firmen und Forschungsinstitutionen und andere besondere Orte mit Studienbezug. Hier können Sie erste Eindrücke aus dem zukünftigen Berufsleben sammeln und Präferenzen für Ihre Praxisphase ausloten. Vergangene Ziele waren Städte wie z.B. Wien, Berlin, Amsterdam und Kopenhagen.

Studentische Berichte vergangener Exkursionen

Studiengang Hørtechnik und Audiologie auf Exkursion in København

Vom 6. bis zum 10. Mai 2019 fuhren die Studis des 4. und 6. Semesters im Studiengang Hörtechnik und Audiologie auf Exkursion nach Kopenhagen. Die Stadt hat im Bereich Hören und Akustik einige interessante Highlights auf internationalem Niveau zu bieten. In der Vergangenheit haben schon viele Studis und Absolventen von H+A eine oder mehrere Stationen ihrer beruflichen Karriere in Kopenhagen durchlaufen, angefangen zum Beispiel mit der eigenen Bachelorarbeit an der Technischen Uni Dänemarks (DTU) in Lygnby oder in einer der vielen Firmen: In Kopenhagen haben drei der sechs weltweit bedeutenden Hörgerätefirmen ihr Hauptquartier und hier sind auch noch zwei der weltweit bedeutendsten Hersteller für Mikrofone und akustische Messtechnik zu finden.

Das erste Ziel auf dem Besuchsprogramm war die Forschungsgruppe "Hearing Systems" an der DTU. Hier gaben mehrere Vorträge einen Überblick über die diversen Forschungsgebiete innerhalb der Gruppe, abgerundet mit der Information, dass die H+A Bachelorabsolventen dort Ihr Masterstudium machen können. Anschließend gab es eine Führung durch einige der Labore mit Vorführungen und Stationen zum Selbst-Ausprobieren.

Weiter ging es mit dem Besuch bei der Firma G.R.A.S., die Mikrofone und akustische Kuppler herstellt. Hier gab es neben Vorträgen auch eine Besichtigung der Fertigung und diverser Messlabore im eigenen Hause. Auch beim wenige Kilometer davon entfernt gelegenen Hersteller Brüel&Kjær ging es um Mikrofone, Kuppler, sowie um Beschleunigungsaufnehmer und Signalanalyse. Auch hier konnten wir bei der Qualitätskontrolle und der Herstellung der Mikrofone zuschauen, jedenfalls bei dem Teil, der nicht im Reinraum passieren muss.

Auf dem Programm standen auch zwei der drei Hörgerätehersteller. Bei Oticon und bei Widex gab es unter anderem Informationen zum Arbeitsalltag als Entwicklungsingenieur in beiden Firmen. In beiden Firmen konnten wir Laborräume, Hörkabinen, reflexionsarme Räume etc. besichtigen. Zusätzlich wurde die Bedeutung der Qualitätskontrolle der Hörgeräte unter wirklich harten (Umwelt-)Bedigungen veranschaulicht und ein Blick in die Fertigung ermöglicht.

Ein weiterer Punkt war eine Führung im Konzertsaal des Dänischen Rundfunks. Dieser Neubau aus dem Jahre 2009 gewann mehrere Preise für seine Architektur und Akustik. Die eine Hälfte unserer Gruppe bekam eine Führung, die perfekt auf das besonderes Interesse an der Akustik und der Technik zugeschnitten war, so dass keine Fragen unbeantwort und kaum ein Raum hinter der Kulissen unbesichtigt blieb. Gleichzeitig bekam die andere Hälfte der Gruppe eine Führung durch Christiana. Hier ging es um nachaltiges resourcenschonendes Bauen und ökologische Energieerzeugung, beides Themen, die sich diese spezielle Community auf die Fahnen geschrieben hat und konkret umsetzt.

Vor der Rückfahrt ging es am letzten Tag zum "Senselab", einem Labor für Akustik und Psychoakustik innerhalb des Forschungsinstituts DELTA/FORCE. Hier wurden in Vorträgen und in Live-Demos Methoden zur Vermessung der subjektiven Beurteilung des Klangs von Produkten, z.B. von Hörgeräten, vorgeführt.

Exkursion nach Amsterdam – Zwischen Frikandel und Hörgerät

Die Exkursion der Studierenden von Hörtechnik und Audiologie führte im Sommersemester 2017 nach Amsterdam. Von den dortigen Eindrücken berichtet Student Sebastian Pietsch.

Nach der frühen Anreise per Bus stand uns der restliche Montag zur freizeitlichen Gestaltung offen. Jedoch zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Widmen wir uns also erst dem offiziellen Programm unserer Exkursion nach Amsterdam.

Aufgeteilt in zwei Gruppen, besuchte der eine Teil von uns die zwei Tonstudios Wisseloord und Polyhymnia. Dort erhielten wir zum einen Einblicke in die zeitgenössische Produktion von populärer Musik und zum anderen in die Nachbearbeitung von Life-Aufnahmen großer Orchester, sowie ein Bild des historischen Werdegangs von High-Resolution Audioformaten, insbesondere der späten 90er Jahre. Die Erkenntnis, dass erstklassige Lautsprechersysteme ihren Preis sehr wohl wert sind, gab es gratis dazu.

Für Interessierte, die nicht bereits auf dem Weg zum Studiobesuch waren, wurde zunächst ein Besuch in der Ausstellung "Body Worlds" angeboten. Die Ausstellung umfasst diverse Exponate, die direkt aus dem menschlichen Körper entnommen und präpariert wurden. Einzelne Organe und Gewebeschichten, Körperteile, wie aber auch komplette menschliche Körper in unterschiedlichen Entwicklungsstadien konnten dort zum Anfassen nah betrachtet werden. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, über einen Audio-Guide weitere Informationen zur Anatomie zu erhalten.

Nach einer kurzen Mittagspause wurden wir dann in der audiologischen Abteilung des VU University Medical Center freundlich empfangen. Nach einer Begrüßung und einer Führung durch die Abteilung stellten die dortigen Mitarbeitenden und Forschenden in kurzen Präsentationen die derzeit laufenden Forschungsprojekte vor, zusätzlich konnten anschließend bei Posterpräsentationen weitere Fragen gestellt und sich über vergangene Projekte informiert werden. Besonders im Gedächtnis blieb der Ausbildungsverlauf eines Audiologen in den Niederlanden, der anders als in Deutschland z.B. immer einen Master in Physik voraussetzt. Frau Holube schloss den Nachmittag mit einer Präsentation über die an der Jade Hochschule laufenden Projekte ab.

Geschlossen begaben wir uns Mittwoch mit dem Bus zur technischen Universität nach Eindhoven. Mit Sandalen, extravagant gemustertem Hemd und viel Sachkompetenz leitete uns Prof. Kohlrausch durch die Abteilung für Bauakustik und fütterte unsere Köpfe mit allerhand Wissenswertem über das Leitbild der TU. Die ausgelassene Atmosphäre sowie die Aussicht, dass auch unsere Mägen gefüllt werden würden, sorgte für eine gesonnene Teilnahme an den Experimenten, bei denen einige von uns Studenten bei der Vermessung von Teppichproben für Trittschalldämmungen eine modellreife Darbietung bewiesen.

Nachdem wir uns an einer breiten Variété belegter Brötchen gestärkt hatten, brachte uns Prof. Kohlrausch seinen Lehrstuhl für auditorische und multisensorische Wahrnehmung nahe. So verließen wir Eindhoven erschöpft von der Hitze aber voll von den vielen Eindrücken des Tages und begaben uns zurück in unser Hotel.

Donnerstag war der Tag der kulturellen Impressionen, die weiter auseinander nicht hätten sein können. Ein Teil der Exkursionsteilnehmer erlebte den Kontrast zwischen postmoderner Baukunst, die Ästhetik und Funktionalität zu verbinden weiß, und dem klassisch zeitlosem, zu weilen pompösen und detailverliebten Stil des späten 19. Jahrhunderts. Die Rede ist von den zwei großen Musikhäusern Amsterdams, dem Muziek- und dem Concertgebouw. Ersteres erinnert durch seinen Standort direkt am Wasser und einen hängend gestalteten Zugang eher an Landungsbrücken, wohingegen der Concertgebouw die Besucher in eine fast schon romantische Welt entgleiten lässt. Musikalisch sind beide Gebäude über jeden Zweifel erhaben, bedienen aber verschiedene Ansprüche. Das Concertgebouw lässt sich zu den vier besten Konzertsälen der Welt zählen und bietet eine beliebte Bühne für klassische Musik. Das Muziekgebouw bietet dagegen neben einem klassischen Saal auch eine Jazzgalerie mit sensationellem Ausblick über die Dächer Amsterdams. Wir lauschten dort den Tönen eines Blech-Ensembles Amsterdamer Musikstudenten.

Der andere Teil der Exkursionsgruppe besuchte die Firma Sonion, die unter anderem Wandler für Mikrofone und Lautsprecher herstellt, welche in sehr vielen Hörgeräten oder In-Ear-Monitoring-Hörern zu finden sind. Zunächst wurde uns die Firma vorgestellt. Nicht nur die Geschichte der Firma sondern auch die derzeitige Aufstellung und Struktur wurde ausführlich behandelt. Die Führung durch die Firma gewährte zahlreiche Einblicke in die Arbeit, die in solch einer Firma geleistet wird, von der Entwicklung und den Tests bis hin zum Bau der Prototypen, die dann zur Produktion in andere Länder gesendet werden. Anschließend folgte ein interaktiver Part, bei dem wir uns selbst darüber Gedanken machen sollten, was wir von einem potenziellen Arbeitgeber erwarten und was als Arbeitnehmer an Kompetenzen mitgebracht werden sollte. Außerdem wurden wir über den Verlauf der Eingliederung neuer Mitarbeiter sowie Möglichkeiten für Praktika, Bachelor-Arbeiten, etc. informiert. Mit dem sehr technischen Schwerpunkt ist die Firma Sonion auch für Technik affine angehende Audiologen ein potenzieller Arbeitgeber, jedoch sind in der Firma auch viele Physiker, Elektrotechniker und Informatiker zu Hause. Herr Blau informierte seinerseits interessierte Mitarbeiter über die laufenden Forschungsprojekte an der Jade Hochschule.

Die Abendstunden wurden von uns ausgiebig genutzt, um die Stadt, mit all ihren Grachten, Fahrrädern und prächtigen Bauten zu erkunden. Mit Bus oder Straßenbahn ging es vom Hotel in kurzer Zeit ins Zentrum Amsterdams, von dort aus konnte man sich unter die zahlreichen Fußgänger und zahlreicheren Fahrradfahrer mischen. Vor allem letztere verfügten offenbar über absolute Vorfahrtsansprüche, die unsere Ausweichfähigkeit auf harte Proben stellten. Ineinander übergehende sich verästelnde Gassen ziehen sich wie ein Geflecht aus Nerven neben Grachten und über sie hinweg durch Häuserschluchten, um sich schließlich in Parks oder Plätzen zu bündeln. Diese Stadt pulsiert. Das Überschreiten von Brücken wirkte, als würde sie erneut betreten, von Weitem betrachtet eine Wiederholung des bereits passierten, doch im Detail auf eine ganz eigene Weise charmant und neu. 

Kontakt

Falls Sie allgemeine oder auch spezielle Fragen zu unseren Studiengängen haben, wenden Sie sich bitte an die untenstehenden Kontaktpersonen, die Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail Auskunft geben. Für Fragen, die eine konkrete Bewerbung oder Immatrikulation betreffen, melden Sie sich bitte direkt beim Immatrikulationsamt der Jade Hochschule.

Studiengangsleitung

Prof. Dr. rer. nat. Martin Hansen

Studiengangsleiter des Studiengangs Hörtechnik und Audiologie

Tel. +49 441 7708-3725
Fax +49 441 7708-3777
E-Mail

Studiendekan

Prof. Dr.-Ing. Frank Wallhoff

Studiendekan der Abteilung Technik und Gesundheit für Menschen

Tel. +49 441 7708-3738
Fax +49 441 7708-3777
E-Mail

Einrichtungen der Jade Hochschule

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